Welche Äste einfach weg müssen

Wie Baumschere und Astsäge richtig angesetzt werden, und weitere Hinweise zum Schnitt von Bäumen gab es jetzt beim Obst- und Gartenbauverein.

Obstbäume brauchen regelmäßig einen Schnitt. Die Gründe für richtiges Schneiden sind vielfältig: Steigerung des Fruchtertrages, Verjüngung alter Gehölze, Behandlung von Verletzungen und Formung junger Kronen. Und genau deshalb muss der Hobbygärtner seinen Bäumen ab und zu mit Baumschere und Astsäge zu Leibe rücken. Wie's richtig funktioniert, zeigte jetzt der Obst- und Gartenbauverein Neuweiler bei seinem Baumschnittlehrgang.

34 Teilnehmer aus Neuweiler und den umliegenden Ortschaften, wie Sulzbach und Friedrichsthal, konnte der 1. Vorsitzende der Neuweiler Obst- und Gartenbauer, Horst Dieter Hetrich, auf dem Anwesen der Familie Heller in der Hochstraße begrüßen. Der rührige Verein hat mit Andreas Müller , Horst Merten, Thomas Wunn und Ramona Heising vier Fachkräfte in seinen Reihen. Sie demonstrierten den interessierten Teilnehmern den richtigen Baumschnitt, wobei zwei die Schere ansetzten, während die beiden anderen assistierten. Die Experten hatten viele praktische und lehrreiche Hinweise. So hieß es beispielsweise: "Alles, was hochschießt, soll weggeschnitten werden." Weiterhin wurde festgestellt: "Baumharz zur Abdichtung der Schnittstellen ist passé, weil sich zwischen Harz und Schnittstelle Feuchtigkeit bilden kann, was zur Fäulnis führt." Außerdem machten die Fachkräfte deutlich: "Flechten am Baum schaden nicht. Sie sind ein Zeichen für gute Luft." Weitere Tipps lauteten: "Der Ast holt das Licht weg, also: weg damit!" Oder: "Was nach innen wächst, raus!" Und: "Wenn sich zwei Zweige behindern, muss einer weg." Klar auch: "Wächst der Ast nach unten, muss er weg." Und: "Junge Triebe müssen bleiben." Einen Ratschlag für die optimale Neigung der Äste gab es ebenfalls: "45 Grad nach außen." Das einhellige Fazit aller Teilnehmer lautete: "Lernen am Objekt ist immer noch am sinnvollsten. Da können kein Buch und auch kein Video mithalten."