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Wehrleute zeigen Kostenbewusstsein

Sulzbach. Eine Bilanz der geleisteten Einsätze wurde bei der Jahreshauptversammlung der Sulzbacher Gesamtfeuerwehr abgegeben. Außerdem wurde ein Ausblick in die Zukunft gegeben. Stefan Bohlander

Zur Jahreshauptversammlung hatte die Gesamtfeuerwehr der Stadt Sulzbach am vergangenen Sonntagnachmittag nach Neuweiler eingeladen. Auch wenn die Redner auf der Bühne im Freizeitheim ernste Mienen aufgesetzt hatten, und die Frage nach dem Erwerb des neuen Tanklöschfahrzeugs für Zündstoff hätte sorgen können, verlief die Versammlung dennoch recht harmonisch. Immerhin: "Das neue Fahrzeug konnte vergangene Woche gekauft werden", teilte Gesamtwehrführer Matthias Petak mit.

In seinem Bericht für das Jahr 2014 führte er aus, dass die Wehr insgesamt 107 Einsätze zu leisten hatte. "Eine hohe Zahl, die es nicht zu unterschätzen gilt", so der Wehrführer.

Von 50 Bränden waren 46 Kleinbrände, drei Mittelbrände und ein Großbrand zu bekämpfen. Sechs verletzte Einsatzkräfte gab es zu verzeichnen, insgesamt wurden bei den Bränden 2150 Einsatzstunden geleistet. Die restlichen 57 Einsätze verteilten sich auf Hilfeleistungen wie Beseitigung von Ölspuren, Sturmschäden oder bei Verkehrsunfällen. 13 Personen konnten gerettet, zwei nur noch tot geborgen werden. 1880 Einsatzstunden wurden dabei geleistet.

Die Zahl der Aktiven ist mit 155 stabil geblieben, die Abwanderung von zehn Mitgliedern der Jugendwehr begründete Matthias Petak mit der Übernahme in die Aktive Wehr. Die Altersabteilung mit 18 und der Spielmannszug mit 28 Mitgliedern sind jeweils stabil geblieben.

Auch wenn die Feuerwehr sicherlich in den kommenden Jahren wieder hohe Kosten verursachen werde, seien die Wehrleute immer versucht, diese durch Eigenleistung zu minimieren. Den Abschluss seiner Rede nutzte Petak für ein paar persönliche Worte zur integrierten Leitstelle. "Die Politik entscheidet wieder mal, was gut für die Feuerwehr ist", machte er seinem Unmut Luft.

Recht bekam er dabei von Sicherheitsdezernent Harald Schindel: "Das ist das Problem der Feuerwehren im ganzen Land". Er sehe es nicht ein, dass man zusätzliches Geld für die Alarmierung vom Winterberg her ausgeben sollte. Schließlich würde dies von Sulzbach aus sehr gut funktionieren. Das Geld könne stattdessen sinnvoller ausgegeben werden - beispielsweise für die Ausrüstung.

"Wir haben die Hoffnung auf eine einvernehmliche Einigung noch nicht aufgegeben", meinte zum Thema Leitstelle Michael Ney.

Der ehrenamtliche Beigeordnete des Regionalverbandes Saarbrücken ging auch auf das Problem des demografischen Wandels ein. Damit gehe auch einher, dass die Bereitschaft, sich längerfristig an einen Verein zu binden, stetig abnehme. In Richtung Arbeitgeber plädierte er: "Man muss den Aufgaben der Feuerwehren Raum geben". Auch wenn immer öfter beobachtet werden könne, dass Arbeitgeber den Ehrenamtlern immer seltener entgegenkämen, müsse diese Arbeit honoriert und geehrt werden.

Thomas Quint, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes des Regionalverbandes, nutzte seine Redezeit, um erneut Werbung für eine Einführung einer "Feuerwehrrente" zu machen. Diese solle Einsatzkräften der Wehr und des THW zugutekommen. Dazu wurde ein Gutachten in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Kaiserslautern angefertigt. "Dieses Gutachten habe ich inzwischen allen Landesverbänden zukommen lassen", so Thomas Quint.



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In KürzeGeehrt wurden: 20 Jahre: Andreas Heller, Michael Mathieu, Patrik Wagner, Mathias Gehder, Patrick Rehbein; 25 Jahre: Marco Kirchner, Karsten Pitz; 35 Jahre: Uwe Alt, Richard Michaely; 40 Jahre: Michael Heimann, Rainer Schweig; 50 Jahre: Günter Mohrhardt, Jürgen Pürr, Werner Schaub; 60 Jahre: Hermann Nelz. bo