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Unwetterfront rollte über das Sulzbachtal
Warnung vor dem Spaziergang im Wald

Dieses Unwetter rollte am Montag auf Dudweiler zu. Es schüttete wie aus Eimern. Unsere Region ist im Vergleich jedoch glimpflich davon gekommen. Trotzdem sollte man mit Vorsicht derzeit den Wald betreten.
Dieses Unwetter rollte am Montag auf Dudweiler zu. Es schüttete wie aus Eimern. Unsere Region ist im Vergleich jedoch glimpflich davon gekommen. Trotzdem sollte man mit Vorsicht derzeit den Wald betreten. FOTO: Wolfgang Braun
SulzbachTal/Fischbachtal. Nicht nur in Städten hat der Starkregen Schäden angerichtet, auch Waldwege wurden weggeschwemmt. Einige sind schlecht begehbar. Von Stephanie Schwarz

Die Meldungen über anhaltender Regen, Hagel, Hochwasser und überflutete Keller reißen nicht ab. Auch am Wochenende und vor allem am Montag hat sich der Himmel über dem Saarland erneut aufgetan, und eine Unwetterfront goss literweise Regen über Städte und Gemeinden. Vor allem Heusweiler und Eppelborn hat es besonders getroffen. Die Kanalisation konnte dort die gewaltigen Regenmassen nicht mehr aufnehmen. Sogar die A 8 bei Heusweiler war innerhalb weniger Minuten überflutet und musste voll gesperrt werden.


Die Städte Friedrichsthal und Sulzbach, der Stadtbezirk Dudweiler und die Gemeinde Quierschied sind vor dem Unwetter jedoch größtenteils verschont geblieben, teilte die Polizeii-Ispektion Sulzbach auf Anfrage mit: „Bis jetzt wurde der Polizei kein Hochwasser und keine vollgelaufenen Keller gemeldet.“ Des Weiteren habe es nur wenige Verkehrsunfälle gegeben, die auf überflutete Straßen zurückgeführt werden könnten, sagt ein Polizeisprecher. „Alles in allem ist Sulzbach glimpflich davon gekommen.“

Nicht nur die Städte, sondern auch die Wälder im Saarland, insbesondere die Waldwege, haben unter den Wassermassen gelitten. Auch hier ist der Raum Sulzbach größtenteils verschont geblieben: Umgestürzte Bäume habe es keine gegeben. Auch die Waldwege hätten keine größeren Schäden davon getragen, „nicht wie bei unseren Nachbarn in St. Ingbert“, sagt Förster Nils Lesch. Sein Revier umfasst rund 1400 Hektar Waldgebiet, das sich von der Saar-Universität bis hinters Elversberger Forsthaus erstreckt. Trotzdem sollen Spaziergänger den Wald vorsichtig betreten: „Die Wege sind zwar weiterhin begehbar, aber teilweise nur schlecht“, sagt Lesch weiter.

Der Leidtragende der Unwetterfront im Saarland ist unter anderem der St. Ingberter Wald. Dort seien „enorme Schäden“ entstanden, sagt Joachim Stelzer, verantwortlich für die Waldbewirtschaftung und den Waldnaturschutz im Saarland. Der Regen habe die Waldwege regelrecht weggespült, kleine Rinnsale hätten sich gebildet, die nun durch den Forst und über die Pfade fließen, sagt Stelzer weiter. „Erst bei der nächsten Trockenphase können wir die Wege reparieren.“

Für die Zukunft rät Stelzer allen Spaziergängern und Hundebesitzern, den Wald bei Unwetter, auch wenn es nur Starkregen ist, zu meiden. „Ein nasser Waldboden ist ein sehr guter Blitzleiter. Menschen können also auch dann verletzt werden, wenn der Blitz in einer gewissen Entfernung einschlägt.“ Aber nicht nur bei Blitz und Donner auch bei starkem Regen sollten Spaziergänger lieber den Wald umgehen, denn es sei einfach zu gefährlich: „Bäume können umfallen und Wege abrutschen“, warnt Stelzer.



Sorgen um den Wald und den dortigen Wildtierbestand müsse man sich jedoch nicht machen, sagt Stelzer lachend: „Grundsätzlich ist Wasser gut für den Wald, und Wildtiere wie Rehe sind auch nicht nässeempfindlich. Die haben keine Probleme damit.“

Die Wetterphänomene mit Starkregen und Stürmen hat Stelzer in seiner rund 36-jährigen Arbeit als Förster noch nie gesehen. „Mal ein Gewitter oder mal ein umgestürzter Baum sind im Sommer ja normal, aber Regen in solchen Massen sind schon sehr ungewöhnlich – vor allem Anfang Juni.“ Der eigentliche Hochsommer stehe ja noch aus, sagt Stelzer.

Verantwortlich für den ortsgebundenen unwetterartigen Regen ist eine sehr schwüle Luftmasse, die auf Grund mangelnder Luftbewegungen über bestimmten Teilen Deutschland festhängt, erklärt der  Meteorologe Robert Hausen vom Deutschen Wetterdienst: „Unwetter und Gewitter bilden sich so an Ort und Stelle und können wegen fehlender Winde kaum weiterziehen. Deshalb entlädt sich der gesamte Regen oftmals nur an einem Ort“, erklärt Hausen. Für die kommenden Tage gab der Meterologe Entwarnung: „Das Wetter wird sich in den nächsten Tagen bis zum Wochenende erst einmal beruhigen“, sagt Hausen. Konkret heißt das: Ein Wechsel aus Sonne und Wolken, kaum Regen und etwa 23 Grad. „Erst am kommenden Wochenende könnte es wieder regnen“, prognostiziert Hausen weiter. Aber diese Entwicklung sei noch nicht zu 100 Prozent in trockenen Tüchern.