Vor allem wegen der Gesundheit

Am Aschermittwoch beginnt bekanntlich die Fastenzeit. Ursprünglich soll sie an die Zeit erinnern, in der Jesus Christus 40 Tage betend und fastend in der Wüste verbrachte. Zudem ist sie eine Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Heutzutage wird die Zeit aber auch gerne als Anlass zum Abnehmen genutzt. Die SZ fragte, ob die Menschen in unserer Region (Fotos: Becker&Bredel) fasten, und was sie davon halten.

"Vor Jahren habe ich mal gefastet. Aber Zeit und Lust habe ich dafür nicht mehr", erzählt uns Ulrike Klein aus Sulzbach, die früher mit Säften und Tees heilgefastet hat. "Ich fastete, um meine Ernährung umzustellen und bewundere die Menschen, die das komplett durchziehen", so die 58-Jährige Hauswirtschafterin.

Krankenschwester Yvonne Bertucci hingegen hat noch nie gefastet: "Ich finde es komisch, für die Religion zu fasten. Natürlich ist es gut für jemanden, der etwas in Form kommen möchte. Aber für mich ist das nichts." Die 29-Jährige Sulzbacherin glaubt, dass der Trend des Fastens wieder populärer wird, weil es heutzutage "in" sei, auf seine Lebensweise zu achten.

"Hochachtung vor den Fastenden, aber ich könnte nicht mehr auf leckere Sachen verzichten", so Ursula Decker aus Bildstock. Die 57-Jährige verzichtete früher während der Fastenzeit auf Süßigkeiten. "Ich glaube, dass der häufigste Grund für das Fasten das Abnehmen ist", erläutert die Postarbeiterin.

Katja Hau wird auch zukünftig nicht fasten: "Ich finde es Quatsch zu fasten. Man sollte das Jahr über diszipliniert sein und sein Vorhaben einfach sofort in die Tat umsetzen. Ich brauche keine bestimmte Zeit, um etwas in meinem Leben zu ändern." Die Hauswirtschafterin aus Friedrichsthal ist der Meinung, dass das religiöse Fasten immer mehr abnimmt, weil die heutige Generation nicht mehr so erzogen werde.

"Ich faste gerne mal über das Jahr und verzichte auch momentan komplett auf Kohlenhydrate, weil ich etwas abnehmen möchte", so Friedrich Dietzen aus Quierschied, der seine Fastenzeiten auch die Jahre zuvor strikt eingehalten habe. "Der Trend des Fastens kommt wieder, glaube ich. Es ist voll im Kommen, dass gerade die junge Generation auf ihre Lebensweise achtet", so der 60-jährige Rentner.

Zahnarzthelferin Sabine Sparig, die in Quierschied arbeitet, hat noch nie gefastet und wird es auch in Zukunft nicht: "Heutzutage kennt die jüngere Generation den eigentlichen Sinn des Fastens doch gar nicht mehr. Deswegen denke ich, dass das Fasten stetig abnimmt." Die 29-Jährige findet es besser, wenn man sich etwas vornimmt und das sofort und konsequent angeht und nicht erst auf eine bestimmte Zeit im Jahr wartet.