Von Sulzbach über Rotterdam nach Bassila

Von Sulzbach über Rotterdam nach Bassila

Sulzbach. Es nieselt leicht, und es ist ungemütlich - typisches Novemberwetter. Doch davon zeigen sich die 20 Helfer, darunter sechs Mädchen und Jungs der neunten Klasse der Erweiterten Realschule Sulzbach, unbeeindruckt. Sie haben alle Hände voll zu tun. Es ist Eile geboten. Ein riesiger, 40 Fuß großer Container muss beladen werden. Zeit ist Geld

Sulzbach. Es nieselt leicht, und es ist ungemütlich - typisches Novemberwetter. Doch davon zeigen sich die 20 Helfer, darunter sechs Mädchen und Jungs der neunten Klasse der Erweiterten Realschule Sulzbach, unbeeindruckt. Sie haben alle Hände voll zu tun. Es ist Eile geboten. Ein riesiger, 40 Fuß großer Container muss beladen werden. Zeit ist Geld. Je schneller das geht, desto geringer sind die Standkosten.Mehrwöchige SchiffsreiseNach knapp dreieinhalb Stunden ist der Container voll, alles ist fest verzurrt. Es hat länger gedauert als geplant. Jetzt hat das voll beladene Ungetüm eine mehrwöchige Schiffsreise vor sich. Über Rotterdam geht es zur Hafenstadt Cotonou in Benin. Von dort wird er nach Bassila gebracht. Gestern Morgen ging der dritte Hilfscontainer von Sulzbach nach Benin. Der erste wurde 2005 verschickt, der zweite ein Jahr später. Treffpunkt für die Helfer war am City-Center in Sulzbach. Der Eigentümer hatte dem Verein die Räume des ehemaligen Lidl-Marktes als Lager zur Verfügung gestellt. "Es ist diesmal ein Container voll mit medizinischen Hilfsgütern", erklärte Hans-Peter Thiel, der Vorsitzende des Vereins "Sulzbach hilft Benin". Seit Mai hatten die Mitglieder des Vereins in Krankenhäusern, Altenheimen und bei Firmen unter anderem Krankenbetten, Nachttischschränkchen, Rollstühle und Gehhilfen, Untersuchungsliegen und Infusionsständer, aber auch schwere medizinische Geräte, wie einen Röntgenapparat, zwei Beatmungsgeräte und ein Ultraschallgerät, zwei Narkoseapparate, eine Laborzentrifuge und ein EKG-Gerät zusammengetragen. Um die schweren Geräte in den Container zu heben, waren Andreas Huber und Gerhard Kühn vom Baubetriebshof mit einem großen Gabelstapler gekommen. "In Bassila gibt es nur ein Krankenhaus. Da die einzelnen Ortsteile bis zu 110 Kilometer weit auseinander liegen, wollen wir in einigen medizinische Stationen aufbauen", erläuterte Thiel. Sie dienten der Erstversorgung von Kranken und würden von ausgebildeten Krankenschwestern betreut. Nach Angaben von Thiel soll der Container am 7. Dezember in der Hafenstadt Cotonou ankommen. Thiel: "Bei unserem letzten Besuch in Bassila haben wir den Hafenmeister kennengelernt. Er ist ein Bassilaner und hat uns zugesagt, den Container direkt in seine Heimatstadt weiterzuleiten." Wieder nach BassilaWie der Vorsitzende des Vereins "Sulzbach hilft Benin" weiter erklärte, reist er vom 22. November bis 2. Dezember mit Elfriede Mohr und Norbert Weber nach Bassila. Thiel bedauerte, dass kein Vertreter der Stadt Sulzbach mitkommt, um die Städtepartnerschaft offiziell zu besiegeln. Der Stadtrat hatte im Juni einstimmig grünes Licht für die Partnerschaft gegeben. ll

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