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Verwirrung pur bei „Funny Money“

Verwirrung pur bei „Funny Money“

Der vor einem Jahr gegründete Theaterverein Spieltrieb aus Waldmohr präsentierte in der Jahnturnhalle in Sulzbach die Komödie „Funny Money“. Die Gruppe mit Mitgliedern aus verschiedenen Saar-Theatervereinen sorgte für viel Vergnügen. Auch Mitglieder aus dem Musical-Projekt Neunkirchen waren beteiligt.

"Eine irrsinnige Komödie von Ray Cooney", lautet der Untertitel zum Stück "Funny Money", das in der Jahnturnhalle gezeigt wurde. Henry Perkins (Enrico Tinebra) hat in der U-Bahn versehentlich seinen Aktenkoffer vertauscht. Statt diverser Unterlagen seines Buchhalter-Jobs und eines Schinken-Sandwichs mit Remouladensoße hat er nun ein Behältnis mit satten 735 000 Pfund. Aus dem Staub machen lautet die Devise, ehe alles bemerkt wird. Schnell telefonisch einen One-Way-Flug nach Barcelona gebucht, das Taxi geordert und die Gattin eingeweiht. Doch Ehefrau Jean (Christine Mehlhorn) hängt da noch hinterher. Henry habe ihr als kleiner Langweiler besser gefallen. Sie glaubt, er leide an Burn-out oder sei gar an seinem Geburtstag betrunken. Dabei gerät sie selbst in diesen Zustand. Jean kippt weg, was die Bar zu bieten hat, dreht dann komplett auf und sorgt so für Lacher am laufenden Band.

Das Stück gewinnt sehr schnell an Fahrt. Doch trotz allen Tempos wird es nicht hektisch. Vielmehr vollzieht sich auf der Sulzbacher Bühne - angesichts der professionellen, schauspielerischen Leistungen - eine rege Betriebsamkeit, bei der man schnell Tränen in den Augen bekommt. Schuld daran sind die unterhaltsamen Charaktere, die nach und nach das Wohnzimmer der Perkins bevölkern - die echten und die anders verkauften Personen. Da ist etwa Taxifahrer Bill (Isaak Jacobi), der drollig-coole Typ mit dem Rasta-Look. Oder Vic Johnson (Yannick Meisberger), der eigentlich wie seine Frau Betty (Ida Jacobi) zu Henrys Geburtstag eingeladen ist. Vic ist der Mann mit der perfekten Mimik in dem Stück, bei dem Sibille Sandmeyer Regie führte. Jeder verstrickt sich in Lügen, Halbwahrheiten und erfindet Menschen, die gar nicht da sind. Selbst die Polizei in Form von Detective Davenport (Melanie Kamara), die eigentlich aus einem anderen Grund da ist, lässt sich mit Teilen des Geldes aus dem Koffer gnädig stimmen. Doch dann kommt ein Kollege in Form von Sergeant Slater (Philipp Allar) ins Spiel. Und der hat: den echten Koffer! Den fand man in der Themse bei einer Leiche. Klar, dass der smarte und bis dahin zurückhaltende Polizist glaubt, es handele sich dabei um den Hausherrn.

Doch der Ordnungshüter dreht im zweiten Teil richtig auf. Versucht gar, forsch Klarheit in die Handlung zu bringen. Doch diese Chance bekommt Slater nicht. Das Stück scheint von der unterhaltsamen Verwirrung zu leben. Irgendwann gelangt man auch als Zuschauer zu der Einsicht, dass man das große Durcheinander gar nicht mehr nachvollziehen kann. Doch das macht nichts. Auch den Darstellern schien es so zu gehen. "Ich will nur vorher sicher gehen, dass Du Deine Pläne nicht mehr umwirfst", meinte gar Vic zu Henry. Der hat andere Sorgen: Slater nimmt den Geldkoffer versehentlich mit, bringt ihn wieder, vertauscht ihn wieder... Ein Auf und Ab der Gefühle beginnt.

Und am Ende taucht der Mörder (Jan Zill) auf, der sich zuvor am Telefon als Mister Oktokof ausgab und respektvoll von den Akteuren "Mr. Big" tituliert wurde. Doch er wird gestoppt, und man findet bei ihm einen Koffer mit Kokain, für das nun eine Belohnung in Höhe von 3000 Pfund winkt. Henry kapituliert, klärt alles auf und gibt den Geldkoffer wieder zurück. Mist, das viele Geld ist futsch. Doch der Rasta-Mann von Fulham Taxis hat vorgesorgt - mit einem weiteren Koffer. Klar, dass nun alle anderen auch mit nach Barcelona wollen.