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Unüberwindbares Hindernis für Menschen im Rollstuhl

Unüberwindbares Hindernis für Menschen im Rollstuhl

Sulzbach. Sieben Stufen führen hoch zum Haupteingang der Polizei-Inspektion Sulzbach im ehemaligen Gymnasium. Für Menschen mit Behinderung sind die Stufen ein Problem. Für Menschen im Rollstuhl, wie Agnes Mosebach, sind sie ein unüberwindbares Hindernis. Die Sulzbacherin ist seit vielen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen

Sulzbach. Sieben Stufen führen hoch zum Haupteingang der Polizei-Inspektion Sulzbach im ehemaligen Gymnasium. Für Menschen mit Behinderung sind die Stufen ein Problem. Für Menschen im Rollstuhl, wie Agnes Mosebach, sind sie ein unüberwindbares Hindernis. Die Sulzbacherin ist seit vielen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Sie will, dass wieder eine rollstuhlgerechte Rampe zum Eingang gebaut wird. "So wie vor dem Umbau", erklärt sie. Vor der Umgestaltung des Westflügels des alten Gymnasiums mit Aula und Turnhalle zur neuen Sulzbacher Veranstaltungsstätte war der Eingang zur Inspektion noch mitten im Gebäude - heute ist er am Ostflügel. Da gab es diese Rampe aus Stahl. Im Zuge des Umbaus fiel sie weg. Für Rollstuhlfahrer erfolgt der Zugang nun über den Fahrstuhl im neuen Treppenhaus der Aula. "Das ist sehr umständlich", beklagt sich Agnes Mosebach. Sie weist darauf hin, dass bereits vor dem Umbau von Verantwortlichen der Stadt zugesichert worden sei, dass die Rampe später wieder gemacht werde. Jetzt sei die Gestaltung des Außengeländes schon über ein Jahr fertig, die Rampe fehle aber immer noch. Agnes Mosebach betont: "Ich bin von der Stadt enttäuscht." Vor wenigen Tagen hatte sie einen Termin vor Ort mit Bürgermeister Michael Adam und Bauamtsleiter Steffen Banuat. Wenn sie über den Verlauf des Gespräches nachdenke, rege sie sich auf, erzählt Mosebach. "Ich hatte den Eindruck, die beiden nehmen meine Belange nicht ernst", fügt die 68-Jährige hinzu. Auf SZ-Nachfrage erklärt Adam: "Die Zugangsmöglichkeiten zur Polizei-Inspektion in Sulzbach für Behinderte im Rollstuhl oder Eltern mit Kinderwagen ist gegeben. Sie ist zwar nicht optimal, aber derzeit möglich." Der Rollstuhlfahrer könne an eine an der Treppe zur Inspektion behindertengerecht angebrachte Klingel heranfahren. Von dort aus könne er Sprechkontakt zu dem diensthabenden Polizeibeamten aufnehmen. Über eine Videokamera sehe der Beamte, wer klingele. Ein Behinderter werde dann über den behindertengerechten Eingang der Aula eingelassen. Diese Zugangsmöglichkeit sei mit PI-Leiter Werner Pietsch abgesprochen. Stadtrat muss entscheidenAdam versichert: "Wir werden jetzt Kontakt zum Land aufnehmen, um zunächst eine planerische Lösung zu finden. Danach werden wir versuchen, die Übernahme der Kosten eines behindertengerechten Zugangs zu erreichen oder eine Zuschussmöglichkeit zu finden." Danach werde der Stadtrat über diese Angelegenheit informiert. Sollten Kosten auf die Stadt zukommen, müsse der Rat entscheiden. ll