Unfall vor der eigenen Haustüre

Sulzbacher Ehepaar sieht Straßenrenovierung als Unglücksursache an.

"Ich komme nicht mehr weiter", beklagt sich Ingrid Bludau. Mit ihrem Mann Karl-Heinz wohnt sie in der Oberdorfstraße in der Sulzbacher Siedlung Goldene Au. Vor etwa einem halben Jahr wurde dort die Straße renoviert. Dabei wurde das Trottoir arg in Mitleidenschaft gezogen und verunstaltet. Viele Bürger fahren dort zudem über den Bürgersteig, dementsprechend löchrig präsentiere er sich.

Damit nicht genug: Als Karl-Heinz Bludau vor drei Wochen beim Ausparken aus seiner Garage über ein durch die Renovierung verursachtes Loch fuhr und ausstieg, um nachzuschauen, knickte er um. Sehr unglücklich, denn: "Jetzt humpele ich und trage eine Bandage". Bludau hatte sich eine Sehne gerissen. Er konnte nicht mehr auftreten, seine Töchter fuhren ihn in die Knappschaftsklinik. Für den Unfall verantwortlich macht er Folgeschäden durch die Renovierung der Straße.

Mehrere Tage lang musste er eine Schiene tragen und lag nur noch auf der Couch, erzählt er. Die Unfallversicherung ist angefragt, parallel erwägt er, eine Klage gegen die Stadt einzureichen. Es sei vor seinem Unfall sogar bereits zweimal jemand vom Bauamt vor Ort gewesen, geschehen sei aber nichts. Bei den Renovierungsarbeiten seien seines Wissens nach Gas- und Wasserleitungen erneuert worden. Das betreffende Stück am Haus sei lediglich provisorisch geteert worden. Das Haus, fügt Ingrid Bludau hinzu, hätte man übrigens nicht bekommen, wenn man das Trottoir nicht an die Stadt veräußert hätte.

Die Saarbrücker Zeitung hörte sich bei der Stadt Sulzbach nach den Vorgängen um. Aus der Pressestelle hieß es dazu: "Die Schäden haben nichts mit den Arbeiten der Stadtwerke zu tun. Die Reparatur steht auf der Prioritätenliste des Bauamtes ganz oben und erfolgt voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte durch eine Fachfirma. Diese hat einen Jahresauftrag von der Stadt."

Mehr von Saarbrücker Zeitung