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,,Und ich war tierisch aufgeregt“

,,Und ich war tierisch aufgeregt“

Von der Buchautorin Nadja Seiler eröffnet wurde dieses Jahr die ,,Lesenacht“ des Sulzbacher Gymnasiums. Sieben Bücher hat die 18-Jährige bereits geschrieben, eines davon wird von einem großen Versandhandel vertrieben.

"Lesen macht einfach Spaß", sagt Anna Bach, Schülerin der 9. Klasse des Sulzbacher Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG), und begründet das so: "Es führt einen in immer neue Welten." Die 14-jährige Sulzbacherin war eine von rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich diese Woche im Rahmen der Lesenacht des THG auf eben diese Reise gemacht haben. "Der Themenschwerpunkt liegt in diesem Jahr im Bereich Fantasie-Literatur", erklärt Deutsch- und Geschichtslehrer Rüdiger Groß, "es ist mittlerweile die vierte oder fünfte Veranstaltung dieser Art an unserer Schule."

Eröffnet wurde sie dieses Mal von einer echten Autorin. Nadja Seiler, selbst Schülerin am THG, las aus ihrem Roman "Vermächtnis - Erbe der Gefallenen". Es ist das fünfte von bislang sieben Werken der 18-Jährigen, allerdings das erste, das bei Amazon erhältlich ist.

"Ich wurde bei anderen Verlagen abgelehnt. Amazon hat mir dann die Veröffentlichung ermöglicht", erzählt die angehende Abiturientin, "das Schreiben ist für mich ein Ausgleich." Zunächst schrieb Nadja Seiler Fantasy-Geschichten, mittlerweile auch Science Fiction. "Da gibt es keine Grenzen", sagt die Autorin, in deren vorgestelltem Buch es um Engel, Krieg und Liebe geht. "Es war meine erste Lesung überhaupt. Und ich war tierisch aufgeregt. Aber es war toll, wie gebannt alle zugehört haben."

Bücher lesen, sie zu rezensieren und auch mit den Autoren zu diskutieren, ist für die THG-Schülerinnen und Schüler nichts Ungewöhnliches. Im Rahmen des sogenannten "Leseclubs" werden ihnen in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk immer aktuelle Kinder- und Jugendbücher zur Verfügung gestellt. Ihre Meinung dazu findet sich später im Programm des Senders wieder. "Jedes Jahr bei der Kinder- und Jugendbuchmesse stellen die Schüler dann in Anwesenheit der Autoren ihre Lieblingsbücher vor", berichtet Sport- und Deutschlehrer Armin Scheer, der ebenso wie Kollegin Sonja Schwarz an dem Projekt mitarbeitet: "Der Leseclub steht Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen offen."

Magische Sommernacht

In der jüngsten Lesenacht gab es allerdings nicht nur Futter für den Kopf. Ein gemeinsames Abendessen und eine Nachtwanderung bildeten willkommene Abwechslung und nahrhafte Ergänzung des Programms. "Wir haben verschiedene Gruppen gebildet", so Rüdiger Groß, "in der einen lesen die Schüler nur für sich, in der zweiten Gruppe können Hörbücher gehört werden." Die dritte Gruppe las sich gegenseitig vor - für einige so etwas wie die "Königsdisziplin" der Lesenacht. Anna Bach und ihre Quierschieder Klassenkameradin Lea Schweers hatten sich dabei das Buch "Magische Sommernacht" ausgesucht. "Es geht dabei um das Mädchen Marina, das sehr darunter leidet, dass ihre Schwester irgendwie hübscher, schlauer und beliebter ist", erzählt Lea, "dann bekommt sie die Chance, zu einem Schüleraustausch nach Irland zu fahren. Dort erlebt sie Abenteuer mit einer kleinen Fee." Mehr verraten wurde nicht, denn Freundin Anna kannte das Buch ja noch nicht.

"Die Lesenacht wird unterstützt von der Sulzbacher Stadtbibliothek", erzählte Rüdiger Groß kein Geheimnis. Keine Überraschung dagegen, dass die Mädchen bei der Veranstaltung in der Überzahl waren - wenn auch weit weniger deutlich, wie das Klischee vermuten lässt. "Es sin schon viele Jungs dabei, auch im Leseclub", sagen Anna und Lea, "warum auch nicht. Es gibt so viele spannende Geschichten." Und einige werden sich sicher auch dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum finden.

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