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Höchsten Ehrenzeichen
„Agnes, du lebst das THW“

 In der Unterkunft des Technischen Hilfswerks in Altenwald überrreichte THW-Präsident Albrecht Broemme der stellvertretenden Ortsbeauftragten Agnes Schuler für ihr ehrenamtliches Engagement das Ehrenzeichen in Gold.
In der Unterkunft des Technischen Hilfswerks in Altenwald überrreichte THW-Präsident Albrecht Broemme der stellvertretenden Ortsbeauftragten Agnes Schuler für ihr ehrenamtliches Engagement das Ehrenzeichen in Gold. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Agnes Schuler erhält an ihrem 70. Geburtstag mit dem Ehrenzeichen in Gold die höchste Auszeichnung, die das THW zu vergeben hat. Von Michèle Hartmann

Es waren sehr viele Herren mit und ohne Uniform, die sie an ihrem runden Geburtstag überragten – der Länge nach. Bei Agnes Schuler kommt es aber mehr auf ihre menschliche Größe an. An ihrem 70. Geburtstag war sie dort zu finden, wo sie bislang Abertausende von Stunden verbrachte: im THW-Heim in Sulzbach-Altenwald.


In die schmucke Unterkunft in der Wiesenstraße hatte sich neben anderen Leuten vom Technischen Hilfswerk (THW) und örtlicher Polit-Prominenz auch Albrecht Broemme, der Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, eingefunden. Auf dem Weg von Berlin nach Köln lag für ihn Sulzbach sozusagen auf dem Weg. Dass er vorbei kam, hatte einen besonderen Grund. Agnes Schuler erhielt die höchste Auszeichnung, die die Hilfsorganisation zu vergeben hat: das Ehrenzeichen in Gold für ihre „beispiellose Einsatzbereitschaft“. Die Auszeichnung war für sie „eine echte Überraschung“.

Gefühlsduselei in eigener Sache ist, wie man aus ihrem Umfeld hört, bei der ehrenamtlich tätigen Frau eher der Ausnahmezustand. Diese „Seele von einem Mensch“, so heißt es überdies, vergrabe sich lieber in die Arbeit, als sich in den Vordergrund zu schieben und feiern zu lassen. Zupackend sei sie und mit den Beinen fest auf der Erde stehend. Führungstalent sagt man ihr nach und die Fähigkeit, Menschen zu begeistern.



Im Mai 1975 trat Agnes Schuler als Helferin in den THW-Ortsverband Sulzbach ein. Und ist bis heute, hinter Christian Pauli, stellvertretende Ortsbeauftragte der Vereinigung, die im Katastrophenfall ihr ganzes Können an den Tag legt. Als gelernte Lohn- und Finanzbuchhalterin ist die heutige agile Rentnerin, die vor 20 Jahren ihren Mann verloren und eine Nichte sowie auch eine Großnichte großgezogen hat, eine unverzichtbare Bürokraft.

„Dreieinhalb Jahre hab‘ ich sogar alles allein gemacht“, sagt sie. Sie hat sich um die Pressearbeit ebenso gekümmert wie um die Administration im Ausbildungsbereich. Im Übrigen ist die Betreuung der Jungen und Mädchen im Technischen Hilfswerk „das Schönste“ für sie. Und so wird sie auch wieder dabei sein, wenn es diesmal zum Bundesjugendlager nach Rudolstadt in Thüringen geht.

Ein Bonmot des höchsten THW-Repräsentanten, Albrecht Broemme, das er vor längerer Zeit mal prägte,  über das freut sich Agnes Schuler noch immer. Und was hat er gesagt? „Agnes, das THW ist nicht dein Leben. Du lebst das THW.“ Dass sie in der übrigens sehr gepflegten Unterkunft in der Wiesenstraße mehr Zeit verbringt als „dehemm“, das lässt sie uns auch noch lächelnd wissen.

Man zweifelt nicht an den Worten von THW-Chef Broemme. Zu sehr strahlt die quirlige Seniorin das aus, was andere Menschen ein Leben lang vergeblich suchen: eine große innere Zufriedenheit.