Tatort SR: Staatschutz ermittelt am Drehort in Sulzbach

Verwüsteter Drehort in Sulzbach : Jetzt ermittelt Staatsschutz wegen Schmierereien am SR-Tatort

Wegen verfassungsfeindlicher Graffiti fahnden jetzt Beamte des Polizeipräsidiums nach den Tätern.

Wenn der Tatort selbst zum Tatort wird: zerstörte Möbel, verschmierte Wände, das Pulver eines Feuerlöschers in den Räumen versprüht: So sieht es zurzeit am Drehort in Sulzbach aus, wo der Saarländische Rundfunk (SR) regelmäßig den Tatort von der Gesellschaft Pro-Saar produzieren lässt. Unbekannte hatten die Räume einer stillgelegten Firma in der Konziliusstraße heimgesucht. Sie waren in das menschenleere Gebäude eingestiegen. Dort machten sie sich am Inventar zu schaffen. Wie ein Polizeisprecher berichtet, sollen sie unter anderem womöglich mit einem Akkuschrauber Schreibtische zerlegt haben.

Erste Ermittlungen später verschärft

Anfänglich ermittelte die Polizei wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Einbruch stand nicht zur Debatte, weil sowohl das Gelände als auch der Altbau offen gestanden haben sollen.

Doch was zuerst nur wie ein – wenn auch teurer – Streich anmutete, ist jetzt eine Sache für die Fahnder beim Staatsschutz. Denn die Täter hinterließen mit dem Graffiti verfassungsfeindliche Nazi-Symbole an etlichen Stellen des Hauses. Hetzparolen und Hakenkreuze sind darunter, bestätigt auf Anfrage Falk Hasenberg, Sprecher des Polizeipräsidiums in Saarbrücken.

Seit wann und wie lange genau die Täter in dem Haus zugange waren, ist noch unklar. „Wir wissen nur, dass sie der Hausmeister am Dienstagnachmittag gestört hat“, sagt Hasenberg.

Hausmeister störte Täter

Der Hausmeister war am 30. April gegen 16 Uhr dort vorbeigekommen, um etwas abzuholen. Dabei habe er Stimmen gehört. Als er die Unbekannten entdeckte, flüchteten diese in den nahen Wald. Ursprünglich schwankten die Angaben über deren Zahl. Mittlerweile sind sich die Beamten sicher: Es waren fünf Jugendliche, drei Männer, zwei Frauen. Gut möglich, dass sie bereits seit acht Tagen ihr Unwesen trieben.

Der SR ließ dort bereits neun Folgen für die ARD-Krimiserie produzieren. Pressesprecher Peter Meyer: „Zuletzt drehten wir vom 13. März bis 11. April.“ Das alte Fabrikgebäude stellt im Film das Kommissariat der saarländischen Ermittler dar: Daniel Sträßer als Hauptkommissar Adam Schürk, sein Schauspieler-Kollege Vladimir Burlakov verkörpert die Rolle Leo Hölzer.

Was das alles kostet?

„Wir wissen noch nicht, wie hoch der Schaden ist“, sagt Meyer. Es komme darauf an, wie viele der zerstörten Requisiten ersetzt werden müssen, um das alte Büro, wie bereits in den Folgen zu sehen, wieder herzurichten.

Noch ist Zeit bis dahin. Der SR-Sprecher: „Wir werden erst in einem Jahr wieder drehen.“ Dennoch sei der Zwischenfall ärgerlich. Jetzt soll der Komplex für den Tatort besser geschützt werden.

Spuren gesichert

Unterdessen laufen die Ermittlungen weiter. Polizeisprecher Hasenberg: „Wir haben zahlreiche Spuren gesichert.“

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