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Sulzbacher Wehr übte an KnappschaftsklinikComont löst Becken als Wehrführer ab

Sulzbacher Wehr übte an KnappschaftsklinikComont löst Becken als Wehrführer ab

Sulzbach. Die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Sulzbach am vergangenen Samstag am Knappschaftskrankenhaus war nicht so spektakulär wie manch andere Übung in den vergangenen Jahren, aber sehr effektiv

Sulzbach. Die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Sulzbach am vergangenen Samstag am Knappschaftskrankenhaus war nicht so spektakulär wie manch andere Übung in den vergangenen Jahren, aber sehr effektiv. Der Schwerpunkt lag neben der Brandbekämpfung übers Dach auf der Rettung mehrerer Personen nach einem angenommenen Brand im neuen Verwaltungstrakt im zweiten Obergeschoss und im Bereich der Liegendanfahrt. Das machte Reiner Schwarz, der Brandinspekteur im Regionalverband, in der nachfolgenden Übungsbesprechung deutlich. "Das Krankenhaus ist ein sehr schwieriges Objekt, bei dem der Brandschutz besondere Bedeutung hat, da es vor allem um die Rettung von Menschenleben geht", sagte Schwarz. Schwarz erinnerte dabei an zwei Brände im Krankenhaus. "Damals hat die Sulzbacher Feuerwehr sehr, sehr gute Einsätze gefahren", sagte Schwarz wörtlich. Dass dabei die Wehrleute an ihre persönlichen Grenzen gestoßen seien, zeige deutlich, wie schwer der Einsatz in der Feuerwehr ist. Schwarz lobte auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem DRK Sulzbach-Neuweiler bei der Menschenrettung. Um den Dienstbetrieb des Krankenhauses nicht zu stören, hatte das DRK auf dem Parkplatz ein Zelt aufgebaut, wo die "Verletzten" sachgerecht versorgt wurden. Insgesamt könne er alle Teilnehmer der Übung zu ihrem tollen Einsatz beglückwünschen, meinte Schwarz. Die Übung fand großes Interesse bei der Bevölkerung. Verantwortlich für die Übung mit zehn Einsatzfahrzeugen und gut 100 Einsatzkräften waren der bis dato stellvertretende Wehrführer René Comont (Foto: Cordier) und der Löschbezirksführer Stadtmitte, Thomas Theobald. Ulf Huppert, Direktor des Regionalverbandes Saarbrücken, war ebenfalls interessierter Beobachter. "Zur Sulzbacher Feuerwehr habe ich seit meiner Zeit als Sulzbacher Bürgermeister bis heute ein sehr gutes Verhältnis", sagte er. Bei der Übungsbesprechung war Huppert neben dem Landesbrandinspekteur Bernd Becker sowie weiteren Führungskräften und befreundeten Feuerwehren auch offizieller Gast im Feuerwehrgerätehaus. Paul Borgard, der Sicherheitsdezernent der Landeshauptstadt, lobte vor allem die hervorragende technische Ausstattung der Sulzbacher Wehr. "Die Übung hat erneut deutlich gemacht, dass die Feuerwehrgeräte keine Spielzeuge sind", betonte er. Wie schnell der Ernstfall eintreten könne, machte Bürgermeister Hans-Werner Zimmer in Erinnerung an die beiden Brände im Krankenhaus ebenfalls deutlich. Die Übung habe gezeigt, dass sich die Sulzbacher Bevölkerung auf ihre Feuerwehr verlassen könne. Sulzbach. Eine "persönliche Anmerkung" von Wehrführer Gerd Becken (Foto: Cordier) bei der Besprechung der Jahreshauptübung im Feuerwehrgerätehaus am Schnappacher Weg am vergangenen Samstag sorgte für eine völlig unerwartete Situation. "Ich habe zurzeit große gesundheitliche Probleme, die mich leider dazu zwingen, meinen aktiven Dienst in der Feuerwehr zu beenden", sagte Gerd Becken (59). "Ich danke allen Kameraden und offiziellen Vertretern, die mich in meinen 45 Jahren in der Feuerwehr Sulzbach begleitet haben", fuhr der Wehrführer unter Tränen fort. "Das ist kein guter Tag für die Sulzbacher Feuerwehr", sagte Bürgermeister Hans-Werner Zimmer zum überraschenden Rücktritt. Becken habe ihn erst am Vortag über seine Krankheit und seinen geplanten Rücktritt als Wehrführer informiert. Becken habe sich in den 45 Jahren seiner Feuerwehrzugehörigkeit stets engagiert in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Dafür gebühre ihm Dank und Anerkennung. Zimmer kündigte an, Becken in einer besonderen Veranstaltung noch offiziell zu verabschieden. Um die Einsatzfähigkeit der Sulzbacher Feuerwehr zu erhalten, bestellte Zimmer den bisherigen stellvertretenden Wehrführer René Comont zum Wehrführer und den dienstältesten Zugführer der Gesamtwehr, Heinrich Andes vom Löschbezirk Neuweiler, zu dessen Stellvertreter. Mit einer Urkunde ernannte Zimmer den neuen Wehrführer gemäß Beschluss des Stadtrates zum Ehrenbeamten der Stadt. hs