1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Sulzbach

Sulzbacher Schüler erregen große Aufmerksamkeit

Sulzbacher Schüler erregen große Aufmerksamkeit

Mit Kreativität und einem Schuss Provokation widmeten sich die Sulzbacher Gymnasiasten Missständen wie Krieg, Wilderei oder religiösem Extremismus. Eine Kostprobe aus dem neuen Schulmusical rundete die Aktion ab.

Dass mitten im Ort ein Sklave von Geschäft zu Geschäft geführt wurde, muss am vergangenen Freitag einen merkwürdigen Eindruck auf die Sulzbacher Bürger gemacht haben.

Einige dürften erleichtert gewesen sein, dass es sich dabei "nur" um eine Art Freilicht-Aufführung der Klasse 9a des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) gehandelt hatte. Diese wiederum war ein Teil der Projekttage der weiterführenden Schule, die in der vergangenen Woche über die Bühne und mit einem Präsentationstag am vorigen Samstag zu Ende gingen.

Die Neuntklässler hatten sich dabei ein schweres Thema ausgesucht: "Wir klären über Missstände wie Krieg, Wilderei oder religiösen Extremismus auf", erklärte Justin Rothhaar. Sein Klassenkamerad Johannes Schaum trat im Sulzbacher Stadtkern als Sklave auf, Klassensprecher Philipp Wiersdorf als sein Halter. "Einen Sklaven hätte ich auch gerne, hat jemand gesagt", erzählte Johannes Schaum und schüttelte verständnislos den Kopf.

Neben besagtem "Sklavenspiel" hatten die Gymnasiasten unter anderem Infos über Massentierhaltung recherchiert, eine Umfrage zum Thema Terrorismus gemacht oder Kreidebilder gegen Rassismus gemalt.

Die gesammelten Infos hatten die Schüler auf Schreibblättern zusammengefasst und während der Projekttage in ihrem Klassensaal aufgehängt oder zu einer Präsentation verarbeitet. "Wir haben auf jeden Fall auch unseren eigenen Horizont erweitert", so Philipp Wiersdorf.

Doch nicht nur solch harte Themen konnten die Besucher am Präsentationstag sehen. Viele Klassen verkauften zum Beispiel Dinge wie Obstspieße, Hot Dogs, Smoothies oder belegte leckere Sandwiches mit gesunden Zutaten. Andere Schüler widmeten sich der weiteren Gestaltung des Gartens der Religionen, verschönerten die Lounge für die Oberstufler oder hatten kleine Häuser aus allen möglichen Materialien gebastelt - inklusive eines Joghurtbechers als Badewanne oder eines Miniatur-Hundes als Haustier.

Ein Thema, das ebenfalls viel Anklang fand, war das "Fremdsprachenvideo". Darin hatten sich die Schüler aus Einwandererfamilien vorgestellt und über sich und ihre Herkunft berichtet.

Viel Applaus ernteten die Kostproben des Musicals "Romeo und Julia", das im kommenden Schuljahr vor den Herbstferien, vermutlich im Oktober, aufgeführt werden soll. Besonders stark bei Stimme präsentierte sich dabei Anthony Reimer als Fürst von Verona. Mit natürlicher Bühnenpräsenz und professionell finsterem Blick schmetterte er sein Solo. "Er ist sehr selbstsicher, und man musste ihn nicht lange bitten, die Rolle anzunehmen", sagte Marie-Luise Keller-Sandner. Die musikalische Leiterin macht auch die Öffentlichkeitsarbeit am THG.

20 Songs wolle man einstudieren, immerhin vier Stück habe man während der Projekttage bereits geschafft. Beteiligt sind noch der Chor "Sing together", die Schulband, die Tanz-AG und die Bildenden Künstler, die fürs Bühnenbild verantwortlich zeichnen.

"Dies ist unser achtes Musical", so die Musiklehrerin. In den zurückliegenden Jahren hat man unter anderem Klassiker wie "Tabaluga" oder "Cats" aufgeführt.

Dass die Schüler auch handwerklich begabt sind und schnell arbeiten können, zeigte ein anderes Projekt. Ganze fünf Klassenzimmer wurden in den drei Projekttagen zwischen Mittwoch und Freitag mit hellen und freundlichen Farben neu gestrichen.