Sulzbacher ärgern sich über Lärm

Verkehrslärm : Sulzbacher ärgern sich über Autolärm

Der Durchgangsverkehr zum Wertstoffhof bringt die Anwohner der Wiesenstraße in Altenwald auf die Palme.

Sie machen wieder einmal mobil gegen den Verkehr. Seit Jahren, ja fast Jahrzehnten, kämpfen die Bewohner der Wiesenstraße im Sulzbacher Stadtteil Altenwald gegen Lärm, Staub, Schäden und Gefahren, die der Durchgangsverkehr zum Sulzbacher Wertstoffhof durch ihre Wohnstraße mit sich bringt (wir berichteten mehrfach). „Samstags staut sich der Verkehr zurück bis zu meinem Haus“, sagt Anwohner Ottmar Fischer, dessen Haus fast 250 Meter von der Recyclingeinrichtung entfernt steht. „Auch wenn die neue Grünschnittanlage in Brefeld mal fertig ist, wird sich das hier nicht ändern. Das ist unerträglich“, sagt Anwohner Frank Duchene. „Wir hatten hier schon zwei Wasserrohrbrüche. Unter der Straße liegen alle Versorgungsleitungen. Ich habe von Gasexplosionen gelesen und mache mir natürlich Sorgen“, sagt die ehemalige Stadträtin Marlies Krämer, die auch Risse an ihrem Haus auf den Schwerlastverkehr durch die teilweise verkehrsberuhigte Wiesensraße zurückführt. „Dazu ist aber ein Gutachten eines Sachverständigen notwendig“, sagt die von Krämer eingeschaltete Rechtsanwältin Bianca Risch, die sich bei einem Ortstermin einen Überblick verschafft hat. Dabei ist beispielsweise aufgefallen, dass auf der einen Seite ein Verbotsschild für Lkw ab 7,5 Tonnen angebracht ist, auf der anderen nicht. Auch die Positionierung von Sammelcontainern für Altglas und Altpapier an der Einmündung zur Kettlerstraße verschärft die Verkehrssituation für die Anwohner der Wiesenstraße.

„Allerdings muss man auch beachten, welche Auswirkung eine Sperrung der Wiesenstraße auf die Eisenbahnschachtanlage haben würde“, gibt Risch zu bedenken. Diese deutlich breitere Zufahrt zum Wertstoffhof wird derzeit weniger genutzt, weil sie einen hunderte Meter langen Umweg bedeuten würde. „Es gibt ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz, wonach die Stadtverwaltung einen verkehrsberuhigten Bereich, wenn er denn mal festgelegt wurde, auch durchsetzen muss“, sagt Risch. Zunächst will sie die Bebauungspläne der Stadt einsehen.

„Wir fordern ein komplettes Verbot für Lkw“, sagt Frank Duchene, und Marlies Krämer ergänzt, dass die Hausbesitzer künftig keine Beiträge gemäß der Staßenausbaubeitragssatzung (Strabs) leisten würden: „Lieber gehe ich ins Gefängnis, als für etwas zu zahlen, was andere kaputtgemacht haben.“ Die Beschwerden sind im Sulzbacher Rathaus bekannt. „Unter anderem vor diesem Hintergrund hat der Stadtrat entschieden, die neue Grüngutsammelstelle in Brefeld zu bauen. Durch diese Verlagerung ist mit einer entsprechenden Reduzierung des Verkehrs zu rechnen“, teilt Sprecher Elmar Müller mit, „die Stadt hat schon vor Jahren eine Sperrung der Wiesenstraße für Lkw veranlasst. Das Verbot ist entsprechend beschildert. Außerdem sind die beiden Enden der Straße durch Kübel verengt worden. Entsprechende Hinweisschilder zum Wertstoffzentrum weisen auf die Zufahrt durch die Straße Eisenbahnschachtanlage hin.“ Eine Gefahr durch Gaslecks bestehe ohnehin nicht. „Alle Gasleitungen sind nach DIN verlegt, sogar in Straßenbereichen in denen wesentlich mehr Verkehr herrscht“, heißt es in der Antwort auf eine SZ-Anfrage, „die Leitungen sind in einer Tiefe von mehr als einem Meter verlegt und stellen nach Angaben der Stadtwerke keine Gefahr dar.“

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