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Bei der Spendenübergabe
Laufen und helfen aus ganzem Herzen

Bei der Spendenübergabe (von links): Dieter Heckmann, Mira Wachall, Hans-Werner Jäkel und Horst Henrichs.
Bei der Spendenübergabe (von links): Dieter Heckmann, Mira Wachall, Hans-Werner Jäkel und Horst Henrichs. FOTO: Petra Pabst
Sulzbach. Der Ruhbachtallauf bringt 2000 Euro. Die bekommt die erkrankte Mira Wachall. Sie ist Mitglied des SV Schnappach. Von Petra Pabst

Strahlende Augen und ein von ganzem Herzen kommendes „Dankeschön“ gab es am vergangenen Sonntag auf dem Sportplatz des SV Schnappach. Vor dem Anpfiff des Spiels in der Fußball-Bezirksliga gegen die Sportfreunde Köllerbach II (4:3) überreichte der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Heckmann im Namen der Veranstalter des 15. Ruhbachtallaufs eine bunte Schachtel an Mira Wachall, die an einem tückischen Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist (wir berichteten).


„Wir wissen, dass wir dir medizinisch nicht helfen können. Aber materiell wollen wir dich mit Hilfe der Spenden aus dem diesjährigen Ruhbachtallauf unterstützen, die wir in dieser Schachtel überreichen“, sagte Mitinitiator Hans-Werner Jäkel. Wie in den Jahren davor hieß es „Laufen für einen guten Zweck“, denn der Erlös der Veranstaltung wird immer karitativen Zwecken zugeführt.

In den Vorjahren kamen durch die Laufaktivitäten beim SV Schnappach stattliche Summen für eine gute Sache zusammen. In diesem Jahr nun wurde der Erlös zugunsten der erkrankten Neuweilerin gespendet, die treues Mitglied des SV Schnappach ist. Jeder der knapp 170 Teilnehmer durfte am 12. August so viele Runden über die drei Kilometer lange Laufstrecke drehen, wie er wollte. Für jede Runde wurden 3 Euro gespendet. Es wurden insgesamt 1830 Kilometer gelaufen, wobei Anja Schranz von den „Grojos Elversberg“ mit 11 Runden und 33 Kilometern die längste Strecke geschaft hatte.



Eine Startgebühr erhoben die Veranstalter nicht, dafür haben viele Läufer noch zusätzlich etwas gespendet. „Außerdem unterstützten Träger als Schirmherren sowie zahlreiche Privatleute und lokal angesiedelte Firmen den Lauf und trugen die Spendensumme in Höhe von 2000 Euro zusammen,“ erklärte Hans-Werner Jäkel im Namen aller Initiatoren.

Da verschlug es der jungen Frau erst einmal kurz die Sprache. Und danach sagte sie: „Ich bin froh und so dankbar, dass ich diese tolle Unterstützung habe.“ Nach der Diagnose zu Beginn des Jahres musste die 24-Jährige ihre Ausbildung zur Altenpflegerin unterbrechen. „Zuerst wurden bei einer Operation Tumore entfernt. Bei der anschließenden Chemotherapie fielen mir dann schnell alle Haare aus. Ich habe mich kaum noch aus dem Haus getraut. Aber bei einer ersten Spenden-Aktion im Mai haben die Schnappacher so viel zusammengetragen, dass ich die Zuzahlung für eine schöne Perücke leisten konnte.“

Mittlerweile wächst das Haar schon wieder langsam, und die Medikamente zeigen Wirkung. „Die Ärzte haben mich kürzlich als krebsfrei bezeichnet“, berichtete Mira Wachall hoffnungsvoll, „aber ich stehe noch unter regelmäßiger Beobachtung, und der Port für die Medikamentengabe liegt auch für noch ein paar Monate für den Fall eines Rückfalls“. So lange ist die Auszubildende noch krank geschrieben, und jeder Euro ist hilfreich.

Eine Reha-Maßnahme hat Mira Wachall noch nicht beansprucht. „Meine Familie ist zurzeit die beste Reha, die ich mir vorstellen kann“, berichtete die 24-Jährige – und schaute zu ihrer Mutter. „Wir wünschen dir viel Kraft, dass du deinen Kampf gewinnst und dass du dein Alltagsleben bald wieder genießen kannst“, erklärte Hans-Werner Jäkel. Er übermittelte zudem Grüße von Mit-Initiator Michael Henrichs, der an dem Tag der Spenden-Übergabe in Urlaub war. Und Hans-Werner Jäkel ergänzte: „Es ist für uns alle ein tolles Gefühl, dass wir helfen können. Darum machen wir weiter und wollen auch im kommenden Jahr wieder einen Ruhbachtallauf organisieren.“