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Stärkung der heimischen Wirtschaft
Stadt will in der Wirtschaft mitreden

Sulzbach. Der Sulzbacher Stadtrat hat zugestimmt, dass die Kommune dem neu gegründeten Verein Wirtschaftsregion Saarbrücken beitritt. Von Stefan Bohlander

„Es hat die Regionen starkgemacht“, erklärte Edmund Altmeyer. Der Marktbereichsleiter Firmen- und Gewerbekunden der Sparkasse Saarbrücken war Gastredner in der jüngsten Sitzung des Sulzbacher Stadtrates. Als Vorsitzender des noch jungen Vereins Wirtschaftsregion Saarbrücken versuchte er, die Stadt als Mitglied zu gewinnen. Das Ziel dabei ist es, regionale Wirtschaftsakteure zusammenführen, wie Altmeyer erläuterte. Dabei solle der Verein als Plattform dem gegenseitigen Austausch dienen. Synergien sollen geschaffen werden, um letztlich zweckdienliche Projekte zu initiieren, zu unterstützen oder selbst durchzuführen. „Jede Kommune kann an den Punkten mitmachen, an denen sie sagt: Das ist ein Thema, das uns interessiert“, so der Vereinsvorsitzende. Als Kommune sei die Mitgliedschaft kostenfrei, beziehungsweise werde über die Regionalverbandsumlage abgerechnet. Der Regionalverband ist gesetztes Gründungsmitglied. Man könne sich die Ergebnisse von den verschiedenen Arbeitsgruppen anschauen und dann abgleichen: „Was passt zu Sulzbach? Was würden wir gerne umsetzen?“.


Die Idee zur Gründung eines Vereins sei gekommen, weil es das in dieser Form vorher nicht für Saarbrücken gegeben habe. Man habe sich im Vorfeld Regionen wie Aachen, Düsseldorf oder eine Kooperation im Rhein-Neckar-Gebiet angeschaut, wo sich die Zusammenarbeit gar über drei Bundesländer erstrecke. Der sichtbare Erfolg veranlasste ihn zu eingangs erwähnter Äußerung. Die Form eines Vereins sei auch deswegen wichtig, weil politisch in Abschnitten einer Legislaturperiode gedacht werde – und zum Ende dieser bereits wieder Wahlkampf gemacht werde. „Aber es gibt Dinge in der Wirtschaft, da braucht man längere Vorlaufzeit,“ so Edmund Altmeyer.

Man sehe sich in Arbeitsgruppen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung und der Kreditwirtschaft. Derzeit beschäftige man sich auch bereits mit konkreten Projekten. So gebe es beispielsweise einen Arbeitskreis (AK) „Fach- und Führungskräfte“, womit ebendiese akquiriert und gehalten werden sollen. Im AK „Digitale Welt“ soll den Herausforderungen der immer größer werdenden Digitalisierung begegnet werden.



„Ich denke, die Mehrwerte sind aufgezählt“, sagte CDU-Fraktionssprecher Alfred Herr und äußerte die Hoffnung, dass Sulzbach vom Beitritt profitiere. Jürgen Reimertshofer (Fraktion der Mitte) habe sich die letzten Tage mit dem Thema befasst und es klinge „sehr innovativ“. Wenn man mit der Politik kommunizieren möchte, müsse man auch in den entsprechenden Gremien und Vereinen sein.

Oberflächlich betrachtet könne man tatsächlich nur zustimmen, warf Bernd Schlachter (Freie Wähler) ein. Er bezeichnete es jedoch als Armutszeugnis, dass beispielsweise die Handwerkskammer Mitglied sei. Seiner Meinung nach sollen Wirtschaftsförderung und Netzwerke doch ohnehin zu ihrer Aufgabe gehören, weil man als Handwerker ja eine „Zwangsmitgliedschaft“ habe. Sein Fraktionskollege Dietmar Holzapfel fand die Idee zum Beitritt an sich auch gut. Doch er kritisierte, wenn es dann zu einer Ansiedlung oder einer Investition kommen könnte, bekomme man „kalte Füße“. Als Beispiel nannte er die verpasste Bebauung der Grünfläche in Neuweiler (wir berichteten ausführlich).

Letztendlich stimmten die Mitglieder des Sulzbacher Stadtrates dem Antrag zum Beitritt in den Verein einstimmig zu.