| 21:30 Uhr

Ein beschwingter Abend im Salzbrunnenhaus
Freunde, die gemeinsam feiern

Auf der Bühne im Salzbrunnenhaus: Renate Schiel-Kallenbrunnen, Jean-Marie Bartz, Henrike von Heimburg, Jean-Yves Defay, Generalkonsulin Catherine Robinet, Frédéric Joureau, Wolfgang Winkler und Mary-Rose Bramer.
Auf der Bühne im Salzbrunnenhaus: Renate Schiel-Kallenbrunnen, Jean-Marie Bartz, Henrike von Heimburg, Jean-Yves Defay, Generalkonsulin Catherine Robinet, Frédéric Joureau, Wolfgang Winkler und Mary-Rose Bramer. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Französischer Abend im Salzbrunnenhaus mit Musik, hintersinniger Lyrik und kulinarischer Begleitung. Von Stefan Bohlander

„Das ist nicht ,Nathalie’“, ruft eine junge Frau. Sie hat recht: Auf der Bühne sitzen die Musiker und interpretieren stattdessen „Non, je ne regrette rien“ der unsterblichen Edith Piaf. Die junge Frau nimmt es gelassen, dass ihr Musikwunsch vorerst nicht erfüllt wurde und plaudert wieder mit ihren Tischnachbarn.


Keine Frage: Auch die 14. Ausgabe der „Soirée Française“ im Salzbrunnenhaus ist eine entspannte Angelegenheit. Man sitzt an den Tischen im Salzbrunnenhaus, genießt Musik, lyrische Vorträge und das schmackhafte Essen vom optisch ansprechend hergerichteten Büfett. Kreiert haben es Markus Parnitzke und sein Team vom Salzbrunnen-Carrée. Passend zum Feiern der deutsch-französischen Freundschaft gibt es da beispielsweise Zwiebelkuchen oder Barbarie-Ente als Tapas. Zum Nachtisch stehen kleine Obstsalate und selbstgemachte Crème brûlée bereit.

Chansons erschallen im Salzbrunnenhaus. Wolfgang Winkler mit Gitarre und Gesang und Jean-Marie Bartz am Akkordeon spielen beispielsweise eine beschwingte Version der „Marseillaise“ oder das getragene „La maladie d’amour“. Ein Lied darf nicht fehlen: „Das, von dem jeder denkt, es sei typisch französisch.“ Natürlich ist „Les Champs-Élysées” gemeint – es wurde ursprünglich von einem Engländer geschrieben. Am Klavier überzeugt Henrike von Heimburg, die „alle Abschlüsse hat, die man erlangen kann“, wie Wolfgang Winkler sie ankündigt. Sie interpretiert unter anderem Kompositionen von Maurice Ravel und Claude Debussy.



Nachdenkliche und hintersinnige Lyrik trägt Jean-Yves Defay vor. In den 90ern war er Generalkonsul im Saarland und betätigt sich schon lange Zeit als Autor. Aus seinem zweisprachigen Buch „Les copeaux du temps – Zeitsplitter“ liest er auf Französisch vor, während Wolfgang Winkler für die deutsche Übersetzung plus Vertonung zuständig ist. Ergreifend beispielsweise „Der Tod eines Kindes“. „Warum tötest du mich?“, fragt darin ein Kind. „Du stehst nicht in der richtigen Mannschaft“, lautet die Antwort. „Wer bist du?“, fragt es. „Je m’appelle guerre“, antwortet der Krieg.

Die heutige Generalkonsulin und Schirmherrin der Veranstaltung, Catherine Robinet, dankt in ihren einführenden Worten Wolfgang Winkler, dem Initiator des Abends, für seinen „unermüdlichen Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft“. Weil der spaltende Druck innerhalb der EU immer weiter zunehme, müsse man kulturelle und wirtschaftliche Gemeinsamkeiten pflegen: „Das ist genau eines der Ziele eines Abends wie diesem.“

Renate Schiel-Kallenbrunnen, stellvertretende Leiterin der VHS, drückt es so aus: „Wolfgang Winkler hat etwas ins Leben gerufen, was Hand und Fuß hat.“