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Werbung für saubere Luft
Die E-Mobilität geriet leicht ins Abseits

Sulzbach. Aktionstag der Stadtwerke auf dem Ravanusaplatz in Sulzbach.

Etwas abseits vom viel besuchten Salinenfest (siehe Bericht oben) war auf dem Ravanusaplatz weit weniger los – und das, obwohl es dort um ein enorm wichtiges Thema ging: Die Stadtwerke Sulzbach hatten unter Federführung von Verkaufsleiter Robert Stegmann zu einem Aktionstag zur E-Mobilität eingeladen. Mehrere Autohändler aus der Salzstadt, Sport Matz aus Heusweiler und die Arge Solar als Dachorganisation für Energieberatung erläuterten Zusammenhänge der angedachten Energiewende.


„Allmählich kommt der Gedanke in den Kopf“, sagte Bernd Jost vom Autohaus Jost und Pilger aus Altenwald zur E-Mobilität. Er erläuterte, dass das derzeit meist verkaufte Elektro-Fahrzeug aus seiner Sicht der Renault Zoe sei. Ihm selbst hat es der Smart angetan, viel beachtet ist der schnittige Tesla, den ein Kunde für die Ausstellung ausgeliehen hatte. Der Tesla hat für sportliche Fahrer einen großen Kaufanreiz: Er beschleunigt von 0 auf 100 km/h in rund drei Sekunden, wie Jost sagt. Doch der schnell beschleunigende Fahrspaß, der übrigens für alle E-Fahrzeuge gelte, habe eine Schattenseite: den Preis.

Generell sei noch Luft nach oben, was die Wende im Straßenverkehr betreffe. So erlebe er beispielsweise eine große Nachfrage von Handwerkern, die an Elektro-Transportern interessiert seien. „Es gibt aber keinen Hersteller, der sie baut“, sagt Jost. Handwerker hätten beispielsweise über den Tag gesehen Strecken von 60 bis 80 Kilometern zurückzulegen. Damit läge die Reichweite ziemlich gut im derzeitigen Bereich der E-Fahrzeuge. Das könne man auch auf Taxis oder den öffentlichen Nahverkehr übertragen.



Was auch für die Anschaffung von E-Fahrzeugen spreche, sei, dass diese gefördert werden, erklärte Susanne-Shenja Ruthenberg. Sie ist bei der Arge Solar für die Landeskampagne Energieberatung zuständig. Die Stadtwerke Sulzbach beispielsweise gäben für Elektro-Fahrräder einen Zuschuss von 90 Euro und für Autos 500 Euro, wie sie erläutert. Grundvoraussetzung sei natürlich, dass man Kunde sei. Auch die Stadtwerke-Betriebe anderer Kommunen böten Förderungen, hinzu kämen weitere von Land und Bund. In der nahen Zukunft sollen weitere Elektro-Tankstellen sowohl für Räder als auch für Autos entstehen, auch in Sulzbach seien welche angedacht.

Anders als E-Autos erfreuen sich elektrisch unterstützte Fahrräder derzeit einer enormen Nachfrage, erklärt Matthias Schwindling. Der Inhaber von Sport Matz in Heusweiler bringt es mit „sensationell“ auf den Punkt. Er stellte auf dem Ravanusaplatz einige seiner beliebtesten Modelle aus, die er zum Ende der Saison vergünstigt anbot. Doch sind die hochwertigen E-Bikes und Pedelecs mit Preisen ab 2000 Euro nicht für jeden direkt erschwinglich. Der Kontakt zu den Stadtwerken sei übrigens deshalb entstanden, weil es angedacht ist, eine Art Verleihflotte aufzubauen.

Jost, selbst passionierter Radler, weist auf einen anderen Vorteil hin, den elektronisch unterstützte Fahrräder haben. Er erzählte von einer Rad-Tour durch bergiges Gebiet. Dadurch, dass einige der Tour-Mitglieder auf E-Rädern unterwegs waren, konnte man sich auch bergauf auf Augenhöhe begegnen.

Ruthenberg geht übrigens mit gutem Beispiel voran und hat ein E-Auto als Geschäftsfahrzeug. Zudem radelt sie, wenn möglich, zur Arbeit – allerdings nicht elektrisch unterstützt.

(bo)