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Strenger Winter setzt Straßen zu

Strenger Winter setzt Straßen zu

Sulzbachtal/Fischbachtal. Es ist ein lebensgefährlicher Job. Nur wenige Zentimeter neben Patrick Ath und Frank Decker brausen im Minutentakt Pkws und Lkws vorbei. Da ist Angst fehl am Platz. Aber äußerste Vorsicht geboten. "Wir hören ganz genau hin", sagen die beiden

Sulzbachtal/Fischbachtal. Es ist ein lebensgefährlicher Job. Nur wenige Zentimeter neben Patrick Ath und Frank Decker brausen im Minutentakt Pkws und Lkws vorbei. Da ist Angst fehl am Platz. Aber äußerste Vorsicht geboten. "Wir hören ganz genau hin", sagen die beiden. Die meisten Fahrer nehmen Rücksicht auf die zwei Männer in den orangen Jacken und den Sicherheitswesten vom Baubetriebshof der Stadt Sulzbach. Seit Tagen sind sie im gesamten Stadtgebiet unterwegs und flicken die gröbsten Schlaglöcher mit Kalt-Asphalt. Jetzt, da Eis und Schnee verschwunden sind, werden die Schäden deutlich, die Väterchen Frost auf Straßen und Gehwegen hinterlassen hat. Mehrere Zentimeter tiefe Löcher klaffen in den Straßen.Der TÜV Rheinland schätzt, dass aufgrund des harten Winters, den Deutschland in den vergangenen Wochen erlebt hat, 30 bis 40 Prozent aller Straßen in Deutschland "stark geschädigt" sind. "Nach dem Streuen und Räumen in den vergangenen Wochen sind jetzt drei Mann damit beschäftigt, die Schlaglöcher provisorisch mit Kalt-Asphalt zu stopfen", erklärt Thomas Eich, Leiter des Sulzbacher Baubetriebshofes.

Für die Männer der Bauhöfe ist das Knochenarbeit. In Handarbeit wird der Asphalt aufgebracht, glatt gezogen und mit einem Stampfer verdichtet. Bis zum Ende des Winters würden primär die Gefahrenstellen und gröbsten Schäden beseitigt. Im Moment gehe es nur darum, die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten. "Richtig reparieren können wir erst im Frühjahr", sagt Eich. Zumal jetzt auch noch die Asphalt-Mischwerke geschlossen seien.

Besonders große Schlaglöcher klaffen in der Camphauser Straße und im unteren Teil des Neuhauser Weges in Dudweiler. Auch im Stadtbezirk sind seit Tagen die Reparaturtrupps von "Loch zu Loch" unterwegs.

Nach Angaben von Bezirksbürgermeister Walter Rodermann haben die Männer von Bauhof bisher in 250 Arbeitsstunden unzählige Löcher mit rund 25 Tonnen Kalt-Asphalt gestopft. In diesem Jahr, fügt Rodermann hinzu, sollen im Stadtbezirk rund 620 000 Euro für die grundhafte Sanierung von Straßen ausgegeben werden.

Nach Auskunft des Friedrichsthaler Bürgermeisters Rolf Schulheis sind in der Stadt zwei Trupps damit beschäftigt, die größten Schäden an den Straßen zu beseitigen. "Die Schäden sind größer als je zuvor", sagt Schultheis. Das Ganze bringe aber nur einen kurzfristigen Effekt. Nach dem nächsten Frost seien die Löcher wieder da. Für eine grundlegende Sanierung habe die Stadt kein Geld. Schultheis: "Die Kommunen brauchen wieder ein Förderprogramm vom Land."

Das fordert auch die Quierschieder Bürgermeisterin Karin Lawall. In Quierschied sind die Männer vom Bauhof ebenfalls dabei, die größten Löcher zu flicken. In den vergangenen Jahren seien die Straßen immer nur provisorisch saniert worden, sagt Lawall. Das räche sich jetzt. Das Geld für ein Förderprogramm könnte man aus dem Solidaritätszuschlag nehmen, schlägt die Quierschieder Bürgermeisterin vor. "Die Kommunen brauchen wieder ein Förder-

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vom Land."

Rolf Schultheis