Stelldichein der Wirtschaft

Die Stadt Sulzbach pflegt die Tradition des Aschermittwochs. Hier ziehen aber nicht Politiker vom Leder oder den Gegner durch den Kakao. Im Gegenteil ist das Treffen auf Konsens ausgerichtet, denn Vertreter aus der Wirtschaft pflegen hier Kontakte oder knüpfen neue.

Zwischen den vielen bekannten Gesichtern konnten Beobachter gestern Mittag in der Aula auch einige neue entdecken. So das von Heike Kaufhold. Die gebürtige Sulzbacherin öffnet am 1. März - mit einem Empfang für geladene Gäste - offiziell ihr Pelzgeschäft in der Sulzbachtalstraße 106. Die gelernte Kürschnerin tritt die Nachfolge im Pelzhaus Kuschel-Erhardt an, in dem sie selbst den Beruf gelernt hat, wie sie gestern der SZ sagte. Sie lobte die Nachhaltigkeit und die Vielfalt von Pelzen, denn sie selbst werde zum Beispiel Erbstücke gerne umarbeiten und ihnen den modischen Pfiff geben. Somit sei der von ihr geführte Laden, in dem sie zunächst alleine arbeitet, auch für junge Kunden attraktiv, zumal sie auch modisch gefärbte Pelze ins Angebot aufnehmen wolle. Im Übrigen sind nach Kaufholds Überzeugung und Erfahrung "Pelze keine reine Frauensache". Sie werde gerne auch Männer als Kunden des Pelzhauses willkommen heißen.

Ein anderes neues Gesicht beim Aschermittwoch in Sulzbach war gestern Mittag das von Bruno Eikenberg. Der Maschinenbau-Ingenieur ist seit Kurzem General-Manager bei Decoma im Stadtteil Neuweiler . Im Gespräch mit der SZ bestätigte er, dass der Neubau einer Werkshalle im Zeitplan läuft. Aufgrund der guten Auftragslage des Automobilzulieferers sieht der gebürtige Niedersachse der Zukunft des Neuweiler Betriebs und vor allem der dort Beschäftigten gelassen entgegen. Nennenswerte Veränderungen stünden aktuell nicht auf der Agenda. Eikenberg hat nach eigenen Worten die Chance genutzt und sich beruflich vom bayrischen Hof ins Saarland verbessert.

Verbessern war auch ein Stichwort, das Bürgermeister Michael Adam in seiner kurzen Begrüßung in den Mund nahm. Nach dem Aus von BID (auf die Gründe dafür wollte Adam gestern nicht eingehen), gehe es nun als Erstes darum, die Geschäftssituation in der Sulzbachtalstraße positiv zu verändern. Hier habe die Verwaltung schon Konzepte ausgearbeitet, die in der kommenden Woche aber erst noch in den Gremien, auch den Aufsichtsräten von KDI und Stadtwerken, besprochen werden sollen. Danach wolle man in den Dialog mit Geschäftsleuten und Hausbesitzern eintreten.

Einen Erfolg für die Stadt konnte Adam vermelden in Bezug aufs Fraunhofer-Institut. Dessen Führungsspitze werde nämlich von St. Ingbert nach Neuweiler umziehen.

Nach des Bürgermeisters Worte ging es ans Herings-/ Würstchen-Büfett. Und schon in der Warteschlange wurden die ersten Gespräche über Geld und Erfolg geführt.