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Steag plant: Camphauser Grubenwasser bringt Wärme nach Sulzbach

Camphausen/Sulzbach/Saarbrücken : Aus Grubenwasser wird Wärme für Sulzbach

Am Standort der früheren Zeche Camphausen baut die Steag New Energies GmbH eine innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage. CO2-Emissionen werden eingespart.

(red) Abwärme aus Grubenwasser gewinnen und damit in Sulzbach für geheizte Wohnungen sorgen. Das ist  grob gesagt der Plan, den die Steag New Energies GmbH, eine in Saarbrücken beheimatete Tochtergesellschaft des Essener Energieunternehmens Steag GmbH, verfolgt. Am Standort der früheren Zeche Camphausen soll eine innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK) entstehen, die Abwärme aus Grubenwasser für die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke Sulzbach nutzbar macht. Das ressourcen- und umweltschonende Konzept hat im Dezember im Rahmen einer Ausschreibung eine Förderung der Bundesnetzagentur erhalten. Das teilt die Steag in einer Pressemitteilung mit.

Gemäß Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) führt die Bundesnetzagentur (BNetzA) zweimal pro Jahr eine entsprechende Fördermittelausschreibung durch. Die Steag war bereits zweimal bedacht worden. „Der neuerliche Erfolg freut uns sehr, zumal es bei der jüngsten Ausschreibung im Dezember um technisch und energiewirtschaftlich besonders anspruchsvolle innovative KWK-Energiesysteme ging“, so Dr. Markus Laukamp, Geschäftsführer der Steag New Energies.

Eine innovative KWK-Anlage besteht aus drei aufeinander abgestimmten Teilen: einer konventionellen KWK-Anlage, einer erneuerbaren Wärmequelle und einem elektrischen Wärmeerzeuger. „Im Falle der Anlage in Camphausen ist die regenerative Wärmequelle das Grubenwasser, das auch nach der Stilllegung des Steinkohlebergbaus im Zuge der Ewigkeitsaufgaben aus der Grube an die Oberfläche gepumpt werden muss“, erläutert Christoph Traum, der das Projekt bei Steag New Energies verantwortet.

Das Wasser, das ansonsten ungenutzt in einen nahegelegenen Fluss eingeleitet würde, hat eine Temperatur von 36 Grad Celsius. Die im Wasser enthaltene Wärme lässt sich mit einer Wärmepumpe für die Wärmeversorgung nutzbar machen. „Auf diese Weise sparen wir Erdgas und schonen damit Umwelt und Klima – und das in durchaus erheblichem Maße, denn wir sprechen hier über jährlich vermiedene CO2-Emissionen von rund 6 300 Tonnen“, erläutert Christoph Traum. Dies entspreche in etwa dem CO2-Ausstoß eines Mittelklasse-Pkw bei einer Fahrleistung von gut 44,5 Mio. Kilometern oder 1 100 Erdumrundungen.

Parallel wird auch das bestehende Blockheizkraftwerk modernisiert und um einen Wärmespeicher sowie eine Power-to-Heat-Anlage erweitert. Die Fernwärmeversorgung Camphausen wird im Rahmen der Modernisierung von Dampf auf Heißwasser umgestellt, was deren Wärmeverluste künftig erheblich reduziert. Zusammengenommen erhöhen all diese Maßnahmen Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz des Gesamtsystems ganz beträchtlich, heißt es in der Steag-Mitteilung.

 Hinzu komme, dass das konventionelle Blockheizkraftwerk mit Grubengas befeuert werden kann. Grubengas fällt nach Ende des Steinkohlebergbaus weiterhin an und ist wegen seines hohen Methananteils besonders klimaschädlich. „Indem wir das Grubengas als Brennstoff nutzen und verfeuern, tragen wir ebenfalls zur Klimaschonung bei, denn die Verfeuerung reduziert die Klimabelastung um den Faktor 21“, macht Projektleiter Christoph Traum deutlich. Auch die energetische Verwertung von Grubengas stelle insofern einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar.

Davon profitieren am Ende auch  die Stadtwerke Sulzbach: „Weil die von uns gelieferte Wärme zu einem Großteil CO2-frei ist, fallen im Vergleich zu anderen Formen der Wärmeversorgung merklich geringere Kosten an. Grund ist die zum Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe“, erklärt Christoph Traum. Somit schone die innovative KWK-Lösung in Camphausen nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel der Kunden.