Stadtrat von Sulzbach winkt negativen Haushalt für 2020 durch

Finanzen : Sulzbacher Haushalt weist ein Minus aus

Stadtrat geht mit einem negativen Planergebnis von 3,5 Millionen Euro ins neue Jahr.

Der Sulzbacher Stadtrat hat am Donnerstag in seiner letzten Sitzung 2019 den Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet. Der weist ein „negatives Jahresergebnis“ von 3,49 Millionen Euro aus. Bürgermeister Michael Adam (CDU) gab dabei zu bedenken, dass in den letzten Jahren das tatsächlich erwirtschaftete Jahresergebnis immer deutlich besser gewesen sei als der Ansatz.

Alleine drei Millionen Euro sind für Investitionen in Bushaltestellen, das Sportzentrum oder für den Abriss der baufälligen Gebäude der „Blaufabrik“ vorgesehen. Bei allen Sparbemühungen „erzwingen wir die schwarze Null nicht“, sagte Adam. Man investiere in den Substanzerhalt wie beim Rathaus, dem Kulturensemble am Salzbrunnen oder der Aula. Jochen Wagner (CDU) sprach von einem „ausgewogenen Haushalt“, der laut Andreas Latz (SPD) mit der um 25 000 Euro angehobenen Vereinsförderung auch den „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ in der Salzstadt fördere. Monique Broquard von den Linken erkannte die Sparbemühungen an und lobte die Unterstützung für das kulturelle Angebot.

Das sehen nicht alle so. „Wir haben von den Wohltaten gehört“, sagte Grünen-Sprecher Hubert Jung leicht sarkastisch, „die Klimakrise vor der Haustür mit Hitzesommern und Starkregenereignissen wird ignoriert.“ Auch für Bernd Schlachter (Freie Wähler) fällt der Hochwasserschutz zu bescheiden aus. „Es muss auch irgendwann damit Schluss sein, den Bürger zu schröpfen“, meinte Christoph Kleinz (FDP). Denn der Rat hob die Grundsteuer B von 380 auf 439 Punkte, die Gewerbesteuer auf 430 an. „Nur eine Nachbarkommune hat niedrigere Sätze“, betonte Adam. Doch auch das Abwasser in Sulzbach wird teurer, Schmutzwasser um 3,87 Prozent (jetzt 3,18 Euro pro Kubikmeter), Niederschlagswasser sogar um 9,16 Prozent (jetzt 80 Cent).

Der ehrenamtliche Stadtmanager Stefan Wacket zeichnete trotz Ansiedlungen ein düsteres Szenario. „Die Ladenlokale in der Sulzbachtalstraße werden in zehn Jahren nicht mehr da sein. Sie sind alle inhabergeführt, und es gibt keine Nachfolger“, so Wacket. Als ein Mittel gegenzusteuern empfahl er, für das Stadtmanagement künftig wieder mindestens eine hauptamtliche Stelle einzurichten.