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Stadtrat setzt ein Zeichen für Freiheit und Toleranz

Stadtrat setzt ein Zeichen für Freiheit und Toleranz

Eine Gegenbewegung zur geplanten Demonstration „Saarländer gegen Salafisten“, die am 2. März in der Salzstadt stattfinden soll, hat sich formiert. Der Stadtrat rief gestern in einer außerplanmäßigen Sitzung zur Teilnahme an einer Kundgebung am Salzbrunnenensemble auf. Diese ist von Anneliese Maaß, Mitglied des Arbeitskreises „Dialog der Religionen“ angemeldet worden, wie Bürgermeister Michael Adam gestern in ihrem Beisein bestätigte.

Gestern Abend verabschiedete der Stadtrat einstimmig die Resolution "Sulzbach für Freiheit und Toleranz". Damit setzten die 22 anwesenden, stimmberechtigten Kommunalpolitiker ein klares Signal nach außen. Die Resolution gilt als Zeichen gegen die Ankündigung einer Demonstration "Saarland gegen Salafisten ", die am 2. März ab 18.30 Uhr als "Abendspaziergang" ablaufen soll. Eine Kundgebung, die sich - basierend auf der gestern verabschiedeten Resolution - gegen die Ziele des "Abendspaziergangs" wendet, soll bereits um 18 Uhr am Salzbrunnenensemble beginnen. Dabei soll es nach Adams Worten Reden, Musik und Darbietungen geben, die die Weltoffenheit der Salzstadt untermauern sollen. Auf Antrag der Linken-Fraktion verzichteten gestern die Stadträte zudem einstimmig auf das ihnen für die außerplanmäßige Sitzung zustehende Sitzungsgeld von 18 Euro. Die 396 Euro, die die Verwaltung auf runde 400 Euro aufstockte, sollen Teil der Finanzierung der Kundgebung werden. Eventuell solle von den 400 Euro jedem Kundgebungsteilnehmer am Ende ein Pflänzchen überreicht werden - als Symbol für das Wachsen von Weltoffenheit und Toleranz in Sulzbach .

Die verabschiedete Resolution in leicht gekürzter Fassung: "Der Sulzbacher Stadtrat wehrt sich gegen jedwede Form von Extremismus, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Islamfeindlichkeit und Gewalt. Hetze gegen Ausländer, religiöse Minderheiten oder gegen unsere multikulturelle Gesellschaft haben in Sulzbach keinen Platz. Wir setzen auf gesellschaftliches Miteinander, Solidarität und Zivilcourage. Wir wenden uns gegen Bestrebungen, Sulzbach zum Schauplatz jedweder extremistischer Aktivitäten zu machen. Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass in unserer Stadt das hohe Gut der Meinungsfreiheit gewahrt und das friedliche Miteinander von Menschen gleich welcher ethnischen, kulturellen oder religiösen Prägung geschützt bleiben. In Sulzbach leben zurzeit Menschen aus 69 Herkunftsländern unter dem Leitbild einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft friedlich in gegenseitigem Respekt miteinander. Dieses Miteinander von Menschen verschiedener Herkunft gehört zu unserer Stadt und wird ihre Zukunft sein. Stadt und Stadtrat setzen sich entschlossen für Menschenwürde, kulturelle Vielfalt und Freiheit ein; Grundwerte, die durch die Verfassung des Saarlandes und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschützt sind. Wir rufen alle Religionsgemeinschaften, Vereine, Verbände und Organisationen sowie alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt zur Teilnahme an einer Kundgebung für Freiheit und Toleranz am Montag, 2. März, um 18 Uhr am Salzbrunnenensemble (Joseph-Todesco-Platz) auf. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen! "

Gestern wurde zudem bekannt, dass der in Saarbrücken lebende Künstler Armin Rohr den Fritz-Zolnhofer-Preis 2015 bekommt. Die Preisverleihung ist für den 27. März geplant. Eine positive Nachricht gab es gestern zudem für die Bewohner von Neuweiler. Wie Adam bekannt gab, hat die Deutsche Post ihm per Brief mitgeteilt, dass sie von Montag, 2. März, an eine Filiale in der Pestalozzistraße 46 öffnen wird.