Energiemanager soll kommen Sulzbach holt bald Solarstrom vom Rathausdach

Sulzbach · Die Stadt plant, im kommenden Jahr beim Energiesparen noch deutlich zuzulegen. Dafür engagiert sie einen weiteren Fachmann.

Das Dach des Sulzbacher Rathauses spielt im kommenden Jahr bei den Energiesparplänen der Stadtverwaltung eine bedeutende Rolle.

Das Dach des Sulzbacher Rathauses spielt im kommenden Jahr bei den Energiesparplänen der Stadtverwaltung eine bedeutende Rolle.

Foto: Heiko Lehmann

Die Stadt Sulzbach will beim Energiesparen noch zulegen. Im kommenden Jahr soll das Rathausdach eine Photovoltaikanlage bekommen. Dasselbe gilt für das Dach des Feuerwehrgerätehauses in Neuweiler.

„Weitere kommunale Gebäude sollen nach einer Machbarkeitsanalyse noch folgen. In diesem Zusammenhang plant die Verwaltung, städtische Parkplätze mit photovoltaik-bedachten Carports auszustatten, um eine autarke Energieversorgung mit Speichern im Rathauskeller zu unterstützen“, teilte die Stadtverwaltung Sulzbach mit.

Im Juli hatte der Stadtrat von Sulzbach beschlossen,  einen Ausschuss für Versorgungssicherheit, Energievorsorge und Zukunftsmaßnahmen (VEZ) ins Leben zu rufen. Dieser befasst sich seither mit den Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu senken. Es geht darum, kurzfristige Einsparpotenziale anzugehen und Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Aktuell hat der VEZ-Ausschuss den Beschluss gefasst, die Raumtemperatur in Schulturnhallen zu senken. „Derzeit wird davon ausgegangen, dass eine Senkung der Raumtemperatur von einem Grad etwa sechs Prozent Heizkosten einspart. Auf Grundlage der Energieverbräuche aus dem Jahr 2021 hat die Verwaltung eine überschlägige Schätzung ohne Berücksichtigung zukünftiger Energiepreissteigerungen durchgeführt“, teilte die Stadt mit.

Die Beispielrechnung der Stadt: Eine Reduktion der Temperaturen in den städtischen Turnhallen Waldschule, Mellinschule, Weierwiesschule und Sportzentrum um zwei Grad auf dann 17 Grad führt demnach zu einer Einsparung von etwa 49 000 Kilowattstunden pro Jahr. Dies hätte im Jahr 2021 zu einer Kostenersparnis von etwa 4500 Euro geführt.

Auch in den städtischen Gebäuden wurde einiges geändert. Elektrische Warmwasseraufbereiter, wie zum Beispiel die Durchlauferhitzer, wurden abgeschaltet. Außerdem wurde die Raumtemperatur in den Büros der Mitarbeiter auf 19 Grad reduziert. „Die Heizkörper in Räumen, die nicht dem dauernden Aufenthalt dienen, sowie in Fluren und Treppenhäusern wurden abgedreht. Den Mitarbeitern wurde die Möglichkeit eingeräumt, einmal die Woche im Homeoffice arbeiten zu können. Zudem wurden städtische Mitarbeiter bezüglich der Heizungsoptimierung (hydraulischer Abgleich) geschult. Darüber hinaus wurden die städtischen Gebäude in den Fokus genommen: Diese wurden einem internen Controlling unterzogen. Es folgte eine Bestandsanalyse aller kommunalen Gebäude. Zusätzlich werden Verbräuche seither regelmäßig dokumentiert und ausgewertet“, teil die Stadt weiter mit.

Eine weitere Maßnahme ist das Ausschalten der Leuchten an städtischen Gebäuden. Das sei gemäß der Vorgaben aus Berlin geschehen. Derzeit prüft die Verwaltung aufgrund von Hinweisen, wo die Sicherheit der Fußgänger gewährleistet sein muss, um dort die Beleuchtung wieder einzuschalten.

Auch das Rathausgebäude wurde näher betrachtet, und es ist geplant, die Beleuchtung auf LED umzurüsten. In puncto Licht hat der Stadtrat außerdem entschieden, in diesem Jahr auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. „Es ist dem Gremium nicht leichtgefallen, der Tradition in diesem Jahr nicht zu folgen. Dennoch wurde der Schritt als notwendig erachtet“, betont Michael Adam (CDU), der Bürgermeister der Stadt Sulzbach.

Im Jahr 2021 hat Sulzbach einen Klimamanager eingestellt, den der Bund komplett bezahlt. Im kommenden Jahr soll ein Energiemanager folgen, der für die Stadt Sulzbach ein Energiemanagementsystem entwickelt und aufbauen soll. Sulzbach möchte den Energieverbrauch nachhaltig messen, senken und Energiekosten verringern.

Die Gesamtkosten für einen Energiemanager belaufen sich auf rund 317 000 Euro in den nächsten drei Jahren. 90 Prozent davon kommen aus einem Förderprogramm des Bundes und zehn Prozent von der Stadt.