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Sigrún Ólafsdóttirs Stahlplastik vor der Aula

Kunst im öffentlichen Raum : Ein filigraner Riese ziert den Platz vor der Sulzbacher Aula

Die Bildhauerin Sigrún Ólafsdóttir stammt aus Island und prägt mit ihren Skulpturen manchen öffentlichen Raum im Saarland.

Seit dem Jahr 2009 wird der moderne Platz vor der historischen Aula in Sulzbach von einer leichten, filigranen Stahlplastik akzentuiert. „Als die Außenanlage fertiggestellt wurde, kam die Stadt Sulzbach auf mich zu und hat mich gebeten, einige Vorstellungen und Entwürfe zu präsentieren“, erklärt Sigrún Ólafsdóttir. „Und dann hat man sich für den Entwurf „Feuersprung“ entschieden“.

Sigrún Ólafsdóttir ist eine bekannte saarländische Bildhauerin, die in Reykjavík, Island, geboren wurde, und ihr Studium der Bildhauerei ab 1990 an der Hochschule der Bildenden Künste Saar fortgeführt und beendet hat. 1995 erhielt sie den Kunstförderpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken und danach mehrere Förderstipendien in Island.

Heute lebt und arbeitet sie als freie Bildhauerin in Saarbrücken und Island. 2015 gewann sie den Wettbewerb „Schifferstrasse“ in Saarbrücken, seit 2017 ist dort, an der neugestalteten, kleinen Plaza auf der Kreuzung von Berliner Promenade und Schifferstraße ihre weitaus prominentere Skulptur „Duo“ zu sehen.

Während diese Arbeit aus Aluminium und Gummi besteht, ist die Skulptur „Feuersprung“ aus Cortenstahl. „Ich habe da keine so strikte Linie“, erklärt Sigrún Ólafsdóttir, „ich nutze nie nur ein Material für meine Werke. Meine Werke sind aus verschiedenen Materialien, ich arbeite gerne damit nebeneinander. Denn die Essenz eines Werks besteht aus Geist und Material. Und in meiner Arbeit ist es mir wichtig, diese beiden Eigenschaften miteinander zu verbinden“.

Die sechs Meter hohe und vier Meter tiefe Skulptur „Feuersprung“ besteht aus sechs schmalen, gebogenen Cortenstahlformen, die an den Enden zugespitzt sind und in ihrer Mitte an einer weiteren Stahlstrebe angebracht sind, die auf dem Boden verankert ist. Wie bei einem Baum fächern sich die schmaleren Stahlformen nach oben auf, die Skulptur scheint in den Himmel zu wachsen. Denn durch die unterschiedliche Stärke, sowie die unterschiedlich starke Biegung der Stahlformen erhält die Skulptur nicht nur einen filigranen Charakter, man fühlt sich auch an natürliche, vegetative Formen erinnert.

Wegen ihrer grazilen, geschwungenen Erscheinung ist die Skulptur das Augenmerk des Platzes, ohne sich aber durch eine starke Körperlichkeit oder Farbigkeit in den Vordergrund zu drängen. Sigrún Ólafsdóttir arbeitet für ihre Kunstwerke mit einem Schlosser aus Blieskastel, Egon Simon, zusammen. „Nach meinen Entwürfen und Modellen fertigt er die Formen. Wir arbeiten jetzt schon über 25 Jahre zusammen“, erzählt Sigrún Ólafsdóttir. VoVor ein paar Wochen war wieder bei ihm im Betrieb. „Derzeit arbeite ich an einem großen Friedensprojekt in Polling, Bayern. Es heißt Stoa 169“. Über einhundert Künstler aus der ganzen Welt wurden für dieses Projekt eingeladen, je eine Säule zu erschaffen, die dann später alle zusammen ein Dach tragen werden. „So entsteht mitten in der Natur eine offene Säulenhalle als dauerhaftes Kunstwerk“, erklärt Sigrún Ólafsdóttir.