„Sie war die erste Wahl“

Seit einem Jahr ist die Musikerin Natalya Chepelyuk Chorleiterin der Sängervereinigung 1878 Eintracht Neuweiler. Die Weißrussin sorgte für frischen Wind, ihre Professionalität ist bei den Proben spürbar.

30 Sängerinnen und Sänger sitzen im Halbrund zusammen, intonieren "La Cucaracha" - die meisten Töne sitzen, manche Betonungen nicht. "Sehen wir uns vielleicht noch mal den siebten Takt an", sagt Natalya Chepelyuk. Die Weißrussin ist seit etwa einem Jahr die neue Chorleiterin der Sängervereinigung 1878 Eintracht Neuweiler (SV). Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat treffen sich die Mitglieder immer um 19.30 Uhr im Nebenraum des Gasthauses Brennender Berg in der gleichnamigen Straße im Sulzbacher Stadtteil.

"Anfangs war noch die Frage, ob wir ein- oder zweistimmig singen", blickt die Chorleiterin zurück. Mittlerweile singt man sogar vierstimmig.

Die freiberufliche Musikerin hat an der weißrussischen Staatlichen Musikakademie Komposition, Klavier und Pädagogik studiert. An der Hochschule für Musik und Theater Saar belegte sie das Aufbaustudium Komposition bei Professor Theo Brandmüller.

Neben der SV Eintracht arbeitet sie auch mit anderen Chören zusammen, kreierte Programme wie "An der schönen blauen Donau" mit dem Frauenchor St. Ingbert oder "Kann es wirklich Liebe sein" mit dem Chor Nota Bene.

Neben Auftritten in der Region waren natürlich auch schon Konzerte in ganz Deutschland oder auch in Frankreich oder Österreich auf dem Programm. Am Klavier bestreitet sie ein Repertoire von Klassik über Jazz bis hin zu moderner Musik. "Im Auftrag der Kulturgesellschaft La Societá Dante-Alighieri ist in Kürze das Konzert ,Serenata Italiana' mit Sopranistin Ulrike Voltmer und Tenor Charles Robin Broad geplant", so Natalya Chepelyuk. Neben ihren musizierenden und dirigierenden Tätigkeiten ist sie auch als Komponistin tätig, hat 2013 unter anderem den dritten Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb zum 100. Geburtstag von Witold Lutoslawski (Polen) gewonnen. Das Preisträgerstück wurde im Februar 2014 beim Musik-Festival "Chain" in Warschau aufgeführt.

Diese Professionalität ist auch bei den Mittwochsproben spürbar. Mit einer Hand dirigiert sie, mit der anderen spielt sie Klavier , zwischendurch fragt sie die Sänger "Sollen wir noch mal?" oder gibt Anweisungen wie "Jetzt schneller". "Die Menschen sind enthusiastisch", lobt sie die Mitglieder der Sängervereinigung.

Auch Hubert Dörrenbächer ist voll des Lobes über die Chorleiterin: "Sie war die erste und einzige Wahl." Der 1. Vorsitzende erzählt auch davon, dass die Sängervereinigung aus einem Männerchor hervorging, wegen des Mangels an Männerstimmen aufgelöst wurde. Da gleichzeitig einige Frauen Interesse am gemeinsamen Singen hatten, stieg man um auf einen gemischten Chor. Etwa zehn Stücke haben die Sängerinnen und Sänger mit der neuen Leiterin mittlerweile eingeübt. Verstärkung ist immer gern gesehen. Es gebe zwar immer eine kleine Hemmschwelle, aber wenn diese überwunden ist, sei alles gut. Dazu Dörrenbächer: "Wir müssen an die Öffentlichkeit, das gibt Sicherheit."

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