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Sie schenken ihre Zeit und Anteilnahme

Sie schenken ihre Zeit und Anteilnahme

Sulzbach. Heute Morgen treffen sie sich wieder im Sulzbacher Krankenhaus: die Grünen Damen. Und wie jeden Dienstag, so stellen sie auch heute wieder kranken Mitmenschen ein paar Stunden ihrer Zeit zur Verfügung. Seit 15 Jahren gibt es die ehrenamtliche Einrichtung. Die Quierschiederinnen Maria Lessing und Hilde Simon sind von Anfang an dabei

Sulzbach. Heute Morgen treffen sie sich wieder im Sulzbacher Krankenhaus: die Grünen Damen. Und wie jeden Dienstag, so stellen sie auch heute wieder kranken Mitmenschen ein paar Stunden ihrer Zeit zur Verfügung. Seit 15 Jahren gibt es die ehrenamtliche Einrichtung. Die Quierschiederinnen Maria Lessing und Hilde Simon sind von Anfang an dabei. Sie erzählen: "Das Ganze begann 1994 als ökumenische Krankenhaushilfe. Der evangelische Krankenhausseelsorger Volker Bier und sein katholischer Kollege Arthur Quint riefen die Organisation ins Leben." In der Saarbrücker Zeitung wurde mit dem Slogan "Schenken Sie Menschen im Krankenhaus ein wenig von ihrer Zeit" geworben. Zudem wurden alle Pfarreien im Dekanat Sulzbach angeschrieben. 17 Frauen beider Konfessionen meldeten sich und erklärten sich bereit, mehrere Stunden wöchentlich Patienten der Sulzbacher Knappschaftsklinik zu widmen. Und wie das im Leben so ist: Einige hörten auf, andere kamen hinzu. Heute sind es elf Frauen und ein Mann, die sich den Dienst im Krankenhaus teilen - eine Gruppe dienstags, die andere donnerstags. Heute werden die ehrenamtlichen Helfer von der evangelischen Pfarrerin Marianne Tusch und der katholischen Pastoralreferentin Andrea Michely betreut. Für die Pflegedirektorin der Knappschaftsklinik, Annegret Kern-Schwahn, sind die Grünen Damen für die Patienten "wichtiges Bindeglied zur normalen Welt außerhalb des Krankenhauses". Vor allem brächten sie immer Zeit mit, um den Patienten zuzuhören. "Wenn man sich mit den Sorgen anderer Menschen beschäftigt, dann kommen einem die eigenen ganz schnell klein und unbedeutend vor", sagt Maria Lessing. "Dieses Zuhören und einfach nur da sein für die kranken Menschen, das bringt mir eine innere Zufriedenheit", erklärt Heidi Simon. Die Grünen Damen sehen sich selbst als verständnisvolle Helfer, die den Patienten ein Stück auf ihrem Weg begleiten. Simon: "Und auf diesem Weg sind wir manchmal auch Sterbebegleiter." Neben Maria Lessing und Heidi Simon gehören zu den Grünen Damen des Sulzbacher Krankenhauses: Ulla Franz, Gudrun Marian, Elisabeth Trenz, Ilse Jochum, Rita Martin, Eva Raab-Müller, Rita Rossbach, Brigitte Gutjahr und Gabriele Jähne. Mit Jürgen Kühn gehört auch ein Mann zu der rührigen Truppe. Die würde sich über weiteren Zuwachs freuen, egal ob Frauen oder Männer. Wer gut zuhören kann, etwas Fingerspitzengefühl besitzt und in der Woche vier Stunden Zeit hat, kann sich an das Sulzbacher Krankenhaus wenden, Telefon (0 68 97) 504-12 00. ll