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Sicherheit erst nach dem Haushalt

Sicherheit erst nach dem Haushalt

Vor rund 20 Monaten verschickte die Stadt Sulzbach 1000 Fragebögen, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger erfassen sollte. Die Daten sind mittlerweile erfasst, nur die Veröffentlichung wird noch dauern.

Aus 20 Minuten wurden knapp 20 Monate. Im Frühjahr 2013 verkündeten das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) und die Stadt Sulzbach , dass in Kürze 1000 Fragebögen an zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger verschickt werden. Der Inhalt: eine Umfrage, bei der die Einwohner der Salzstadt ihre Meinung nach ihrer subjektiv wahrgenommenen Sicherheit in Sulzbach kundtun konnten. Etwa 20 Minuten sollte man sich für das Ausfüllen der Bögen Zeit nehmen. Im frühen Herbst, so hieß es damals, solle die Befragung dann ausgewertet sein - im frühen Herbst vergangenen Jahres wohlgemerkt.

Nun, rund anderthalb Jahre nach der Erhebung der Fragebögen, wurden noch immer keine Ergebnisse veröffentlicht. "Der Abschlussbericht des LPH liegt uns vor", so Stadt-Pressesprecher Elmar Müller . Knapp 100 Seiten umfasse das Werk und werde zurzeit verwaltungsintern besprochen. "Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wird der Bericht den Gremien der Stadt vorgelegt", so Elmar Müller weiter, "das passiert voraussichtlich aber nicht mehr in diesem Jahr". Der Grund: "Das Hauptaugenmerk der Gremien liegt in den kommenden Wochen auf der Vorbereitung und der Verabschiedung des Haushaltes für 2015." Erst dann wolle man sich den Fragebögen zuwenden.

Die Gründe für die lange Auswertung bleiben freilich immer noch unklar. Bereits im März dieses Jahres fragte die Saarbrücker Zeitung nach. Damals hieß es vonseiten des saarländischen Sozialministeriums, dem das LPH untersteht, dass 536 Fragebögen zurückgesandt wurden. Diese seien maschinell erfasst worden. Im Zuge dessen habe sich herausgestellt, dass "umfassende manuelle Eingaben notwendig wurden", so seinerzeit Annette Reichmann, die Sprecherin des Ministeriums.

Mit den ausgewerteten Fragebögen als Basis sollten ursprünglich Maßnahmen erarbeitet werden, um ernst zu nehmende Missstände in der Salzstadt zu beseitigen und den Interessen der Sulzbacher Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden. Neben kriminellen Aktivitäten sollten auch weitere "Störfaktoren" abgefragt werden, die das Sicherheitsgefühl der Stadtbewohner maßgeblich beeinflussen. Hierzu gehören unter anderem Graffiti-Schmierereien, lärmende Feierlichkeiten, ungezügelter Alkoholgenuss, mangelhafte Beleuchtung und ungenügende Sauberkeit im öffentlichen Raum. Neben 1000 zufällig ausgewählten Sulzbachern sollten zielgerichtet auch Gruppen wie der Seniorenbeirat der Stadt oder Jugendliche befragt werden.