Shaver rasiert Polypen ab

Sulzbach. Viele Menschen kennen das: Sie riechen nichts mehr, die Nase ist zu, und das Atmen fällt schwer. Die Ursache dieser Beschwerden sind meistens Polypen in der Nase oder in den Nasen-Nebenhöhlen. "Dank der neuartigen Operationsmethode mit dem so genannten Shaver-System ist das Entfernen der Polypen überhaupt kein Problem mehr", sagt Dr

Sulzbach. Viele Menschen kennen das: Sie riechen nichts mehr, die Nase ist zu, und das Atmen fällt schwer. Die Ursache dieser Beschwerden sind meistens Polypen in der Nase oder in den Nasen-Nebenhöhlen. "Dank der neuartigen Operationsmethode mit dem so genannten Shaver-System ist das Entfernen der Polypen überhaupt kein Problem mehr", sagt Dr. Wolfgang Hornberger von der Knappschaftsklinik in Sulzbach. Er muss es wissen: Hornberger macht nach eigenen Angaben pro Jahr etwa 750 Operationen an Nase und Nasen-Nebenhöhlen. Wie dieses Shaver-System funktioniert, erläuterte Hornberger jetzt bei einem Pressetermin im Krankenhaus. Nach Angaben des Mediziners wurde das Gerät in der endoskopischen Gelenkchirurgie entwickelt. Der Shaver hat die Dicke eines Bleistiftes. Im Innern befinden sich rotierende Messer und ein Sauger. Die Polypen werden abgetrennt und direkt eingesaugt. Das Ganze sei besonders gewebeschonend, betont Hornberger. Die gesunde Schleimhaut bleibe weitgehend geschützt und unversehrt. Durch die neue Methode habe sich die OP-Dauer von drei Stunden auf eine Stunde verkürzt. Vor allem sei der Blutverlust des Patienten weitaus geringer. Hornberger: "Nur noch ein halbes Wasserglas voll". Die Operation sei für den Patienten schmerzarm und schonend, da sie ohne Druck und Zug von Schlingen oder Zangen erfolge. Und: Die stationäre Verweildauer im Krankenhaus betrage nur noch vier Tage. Früher seien es zwei Wochen gewesen. Nach Angaben von Hornberger sind Polypen aufgequollenes Gewebe, "eine Art glasige Wassersäckchen". Die häufigste Ursache für das Entstehen von Polypen seien Allergien, beispielsweise Heuschnupfen. Durch die Wucherungen des entzündeten Gewebes würden die Öffnungen der Nasen-Nebenhöhlen eingeengt, dadurch der Transport von Schleim behindert. Dieser sammele sich schließlich in den Nebenhöhlen. Folge: eine nicht endende entzündlichen Reaktion. Die Verstopfung nehme zu und verstärke die Beschwerden beim Riechen oder Atmen.