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Serie Leser-Reporter
Schnelles Internet lässt in Neuweiler auf sich warten

Seit Monaten arbeitet die Telekom in Neuweiler am Ausbau des Glasfasernetzes. Im Juni sollte alles fertig sein.
Seit Monaten arbeitet die Telekom in Neuweiler am Ausbau des Glasfasernetzes. Im Juni sollte alles fertig sein. FOTO: dpa / Peter Kneffel
Neuweiler. SZ-Leser ist verärgert: Der bessere Internetanschluss verzögert sich. Und die Straßenarbeiten diesbezüglich seien „schlampig“ ausgeführt. Von Stefan Bohlander

Leser-Reporter Helmut Veit hat sich im März an unsere Zeitung gewendet. Der Neuweiler Bürger monierte, dass sich ihm der Ablauf der Arbeiten zum Verlegen von Glasfaserkabeln nicht erschließe. An Nebenstraßen sei gearbeitet, Hauptstraßen seien nicht berücksichtigt worden, teilte er damals mit. Anfang Juni meldete er sich erneut: Diesmal wies er darauf hin, dass die Gräben für den Ausbau des schnellen Internets wieder geschlossen und neue Verteilerkästen installiert seien. Die einst aufgerissenen Bürgersteige würden teilweise besser ausschauen als vorher. Dennoch gebe es Grund zur Kritik. Denn teils seien die Arbeiten auf den Straßen – er nennt unter anderem die Hochstraße, Martin-Luther-Straße und Brennender-Berg-Straße – schlampig ausgeführt worden. Löcher und Erhebungen bis zu vier Zentimetern Höhe würden sich abwechseln.


Zudem hat Veit ein weiteres Problem. „Ich hatte gehofft, dass das derzeit lahme Internet bald der Vergangenheit angehört, wie es für Anfang Juni vorgesehen war“, sagt er. Nun habe ihm die für den Ausbau verantwortliche Telekom mitgeteilt, dieser Termin verzögere sich. Erst ab Mitte Oktober sei in Neuweiler das schnelle Netz verfügbar. „Wieso, warum, weshalb – das bleibt im Dunkeln“, klagt der 90-jährige Veit: „Es wäre doch für die Telekom zumutbar, den wartenden Kunden zu erklären, was denn jetzt die Verzögerung verursacht hat. Leider ist die Telekom hier wenig kooperativ.“

Die Telekom habe etwa 80 000 Baustellen bundesweit, teilt George-Stephen McKinney von der Pressestelle des Unternehmens auf Anfrage mit. Daher seien die Pläne nicht „in Stein gemeißelt“, und es könne immer wieder zu Verzögerungen kommen. In Neuweiler beispielsweise wegen ausbetonierter Stücke, die das Vorhaben erschwert hätten. „Es musste teilweise mit Hand und Pickel gearbeitet werden, um die Kabel nicht zu beschädigen“, so McKinney. „Das war in der Planung nicht absehbar“, erklärt er. Hinzu komme, dass Tiefbauunternehmen „ein rares Gut“ seien und man zwischendurch noch andere Baustellen zu bearbeiten habe. Derzeit sei das Freischalten des schnellen Internets Mitte Oktober angepeilt, so wie man Herrn Veit bereits mitgeteilt habe.



Direkt nach dem Gespräch mit Veit setzten wir uns mit der Pressestelle der Stadt Sulzbach in Verbindung. Diese sei weder Bauherr noch Verantwortlicher, wurde jetzt mitgeteilt. „Die Glasfaserbaustellen in Neuweiler folgen einem Baustellenplan der Telekom“, sagt Anne Allenbach. Gemäß Telekommunikationsgesetz müsse die Kommune dem Antrag stattgeben, Arbeiten zum Ausbau von Telekommunikationslinien an Verkehrswegen zuzulassen. Nach Kenntnisstand der Stadt seien die Erdarbeiten mittlerweile abgeschlossen. „Lediglich die sogenannten Kopflöcher für Kabelverbindungen zu Verteilerschränken sind noch vorhanden und die Fahrbahnquerungen in Asphalt, die provisorisch verschlossen wurden, werden im Großgebinde von einer entsprechenden Fachfirma verschlossen“, heißt es weiter. Vor wenigen Tagen habe die Telekom der Stadt mitgeteilt, dass die Arbeiten Ende der kommenden Woche abgeschlossen seien.

Eine etwas andere Situation herrsche am Feuerwehrgerätehaus/Einmündung Brennender Berg. „Im Rahmen des Jahresauftrages 2018 der Stadt Sulzbach wurde die Erneuerung der Asphaltdecke beauftragt, da eine komplette Asphaltierung notwendig ist“, erklärt Allenbach. Die umsetzende Firma habe mitgeteilt, diese Arbeiten ab dem 13. Juli auszuführen. Umgesetzt werden sollen diese dann über das entsprechende Wochenende. Über eventuelle Sperrungen oder Umleitungen könne man zu diesem Zeitpunkt leider noch nichts Näheres sagen, sagt Allenbach.