Tag des Schwimmens : Sag mir, wo die Schwimmer waren

Der „Tag des Schwimmens“ in Friedrichsthal und die Eröffnung des Dudweiler Freibades mussten dem nicht einladenden Wetter Tribut zollen. Hartgesottene hatten dennoch ihren Spaß.

Gähnende Leere herrschte am Sonntagnachmittag im Friedrichsthaler Freibad. An Pfingstsonntag fand zum zweiten Mal der landesweite "Tag des Schwimmens" statt. Auch das Schwimmbad Friedrichsthal hatte sich zusammen mit dem Schwimmverein an der Aktion beteiligt. Aber der Wetterumschwung vom Vorabend sorgte dafür, dass kaum einer dorthin kam.

"Mit dem Sonnenschein jetzt und um die 20 Grad hatte ich heute Nachmittag überhaupt nicht mehr gerechnet. Um die Mittagszeit waren es gerade einmal um die 12 Grad und stark bewölkt. Das war nicht das, was man für ein Bad gebrauchen kann", bilanzierte Schwimmmeister Klaus Damm gegen 17 Uhr im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit dem Wetter habe man auch nach der Hitzewelle nicht gerechnet. Einen der Gründe dafür, dass so wenig los war, sieht Damm auch im gleichzeitig stattfindenden Feuerwehrfest. "Solche Termine machen sich schnell bemerkbar, wenn es nicht gerade knallig heiß ist", sagte er.

Ganz alleine blieb die Badeaufsicht am vergangenen Sonntag jedoch nicht. Einige wenige Kinder planschten. Zwei Jungs nutzten den Platz im Becken, um auf dem Sprungturm zu üben.

Gerade einmal zwei Kinder hatten den eigentlichen Veranstaltungszweck, nämlich das kostenlose Ablegen des Deutschen Jugendschwimmabzeichens, an diesem Nachmittag genutzt. Eines davon ist Joleen Westerbeck. Die Schülerin aus Friedrichsthal ist Mitglied im Schwimmverein.

"Ich wollte das schon länger machen. Heut hat es gepasst", erklärte sie den Grund für ihre Teilnahme und zeigte stolz ihre Urkunde. In ihrem Besitz ist auch der Deutsche Jugend-Schwimmpass. Um den Ausweis von Schwimmmeister Klaus Damm zu erhalten, musste Joleen fünf Aufgaben erfüllen: einen Sprung vom Beckenrand, 200 Meter Schwimmen in höchstens 15 Minuten, einmal zwei Meter tief tauchen und dabei einen Tauchring nach oben holen, einen Startsprung und einen Nachweis über die Kenntnis von Baderegeln.

Das Friedrichsthaler Freibad hat ein paar Pluspunkte, die es von anderen Bädern unterscheidet. Darauf wies Klaus Damm hin. Neben einer Beckenlänge von 25 Metern, somit Wettkampfeignung, gibt es eine getrennte Sprunganlage mit 3,80 Metern Tiefe und eine 60 Meter lange Rutsche.

Ortswechsel. Jetzt wurde es aber auch langsam mal Zeit: Mit dreiwöchiger Verspätung öffnete das Freibad Dudweiler am vergangenen Samstag seine Tore. Der Grund für die angesichts tropischer Temperaturen besonders ärgerliche Verzögerung war ein weggebrochener Betonsockel um das Sportbecken gewesen. Nun ist der Sockel neu aufgebaut und gefliest, der Badespaß kann also beginnen.

Was sich Leonie aus Merchweiler und Laura aus Neuweiler nicht zweimal sagen lassen mussten. Die beiden 14-Jährigen gehörten zu den ersten Besuchern, die am Pfingstsamstag ihre Handtücher auf der Wiese ausbreiteten und ein Sonnenbad nahmen. Die Pommes vom Kiosk schmeckten, auch sonst sei das Bad ganz okay. Was die Mädchen vermissten, waren ihre Freunde: "Die sind heute im Uchtelfanger Freibad."

Undenkbar für Sylvia Schein und Annita Schmitz: Sie würden nie "fremdgehen". Wie auch, wohnen die beiden Großmütter doch gleich gegenüber.

"Ich gehe jeden Morgen eine Stunde schwimmen - bei Wind und Wetter", erzählt Sylvia Schein, die sich königlich darüber amüsiert, wenn andere Badegäste bei Regen hastig das Becken verlassen: "Wozu? Man ist doch eh nass. Und das Wasser ist dann immer besonders schön." Hallenbäder mag die 59-Jährige nicht, lieber kostet sie das Baden jetzt täglich bis September aus. "Ich bin immer ganz traurig, wenn es wieder schließt", bestätigt Annita Schmitz. "Ich kann das Freibad nicht leer sehen, da gehe ich lieber woanders lang."

Mutter Andrea, Schwester Lara und Vater Pascal freuen sich gemeinsam mit Joleen Westerbeck am „Tag des Schwimmens“ im Freibad Friedrichsthal über das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Foto: Martin. Foto: Martin

Nachmittags ist Sylvia Schein schon wieder im Freibad, dann mit den Enkelsöhnen. "Ich hab' alle", verkündet Florian stolz. Alle was? "Na den Frosch, das Seepferdchen und Bronze", zählt der Sechsjährige auf, was er schon an Auszeichnungen abgeräumt hat. Jetzt fehlen nur noch die Jugendschwimmabzeichen in Silber und Gold: "Das ist mir schon wichtig." Bruder Fabian (10) lächelt milde, rückt die Taucherbrille gerade und geht wieder planschen. Zu bieten hat das Dudweiler Bad neben dem fürs Bahnen-Schwimmen prädestinierten 50 mal 21 Meter-Sportbecken ein großes Nichtschwimmerbecken mit behindertengerechtem Zugang sowie ein Planschbecken mit Wasserpilz. Kinder lieben die 60 Meter lange Wasserrutsche, Teenager auch die Steintribüne. Geöffnet ist täglich von 9 bis 20 Uhr.

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