| 22:12 Uhr

Freudloser kann das Leben kaum sein...
Sache gebbt’s . . .

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Eine Kollegin erzählte mir gerade, dass sie zur Hochzeitsfeier einer Freundin eingeladen war. Sie werden es kaum glauben, aber die Gäste sollten ihr Essen mitbringen. Davon habe ich jetzt auch noch nichts gehört, doch täglich lernt man etwas hinzu. Von Michèle Hartmann

Ich hätte gerne mal die Gesichter der Leute gesehen, sie hätten sicherlich zu meiner Erheiterung beigetragen. Das Brautpaar war aber so großzügig, die Getränke zu stellen.


In Anlehnung an diese seltsame Vermählungsfete kommt hier schon mal die Mitteilung des „Vereins der Freudlosen und Miesepetrigen im Saarland e. V.“. Deren Einladung  lautet wie folgt: Am kommenden Samstag findet unser jährliches Fest auf dem vom Regen durchweichten und eigens noch von Hand gegossenen Rübenacker bei Schattertriesch statt. Gehen Sie mal davon aus, dass Ihre Kinder den unlustigsten Tag ihres Lebens verbringen werden. Nicht nur, dass wir sie durch widerliche Angebote in Angst und Schrecken versetzen werden, sondern sie werden auch die große Hüpfburg nicht nutzen können. Wir haben da mal die Luft rausgelassen. Graf Dracula hat im Übrigen schon frühzeitig sein Kommen zu gesagt. Weinkrämpfe sind garantiert. Die Musik können Sie sich in die Haare schmieren, die ist eh immer zu laut und nervenaufreibend. Wir sind ja hier nicht auf der Kirmes. Im Übrigen gibt es nichts zum Trinken. Außer auf alte, muffige Kekse brauchen sie auch auf kulinarische Köstlichkeiten nicht zu hoffen. Null Bock, die Teller hinterher zu spülen.

All diejenigen, denen beim Lesen dieser Zeilen gerade der Schreck in die Glieder gefahren ist: Es handelt sich um eine kleine Erfindung. Oder haben Sie im Saarland schon mal erlebt, dass vor allem das gern zitierte „leibliche Wohl“  auf einem Fest gelitten hat? Völlig undenkbar. Bis auf die Hochzeit, die die Gäste düpierte. „Sache gebbt’s“ würde Heinz Beckers Hilde jetzt sagen.