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Beim SR8
Gute Noten für die Sulzbacher Rassekaninchen

Chinchilla-Kaninchen von Hans-Jürgen Schmidt werden hier von Laura gestreichelt.
Chinchilla-Kaninchen von Hans-Jürgen Schmidt werden hier von Laura gestreichelt. FOTO: Iris Maria Maurer
Sulzbach. Alttierschau von SR 8 lockt viele Besucher an. Vereinsmeister wird Hans-Jürgen Schmidt mit seinen Großchinchillas.

„Oh, guck mal Mama, wie süß!“ Die beiden Brüder Fabian und Finn Hantke ziehen ihre Mutter und die Schwester Yasmin vor den Käfig, in dem ein schwarz-weiß-geschecktes Zwergkaninchen ihnen neugierig entgegenschaut. „Können wir das mitnehmen? Bitteee...“ Das „Bitte“ klingt sehr sehnsüchtig, und die Mama ahnt schon, was beim abendlichen Familienrat auf sie zukommen wird.


Bei der Vereinsmeisterschaft der Sulzbacher Rassekaninchenzüchter SR8 war viel los. Den Verein gibt es seit 1903. Aktuell zählt er etwa 40 Mitglieder. Insgesamt 5 Züchter stellten am zurückliegenden Wochenende ihren in diesem Jahr gezüchteten Nachwuchs der Rassen Havanna, Alaska, Großchinchilla, Zwergwidder, verschiedene Farbenzwerge und Deilenaar im Hause der Dorfinteressengemeinschaft in Altenwald aus. Zwischen 50 und 100 Kaninchen haben die Züchter meistens zu Hause. Aber nur die Schönsten dürfen mit zur Schau und werden fachkundigen Juroren präsentiert. So hatten sie dieses Mal rund 60 Tiere den beiden Preisrichtern Dirk Alff aus Blickweiler und Alexander Specht aus Großrosseln zur Bewertung vorgestellt. Es gibt allgemeine Bewertungsgrundlagen, wie rassespezifische Bewertungskriterien, die beispielsweise auf die Besonderheit der Fellzeichnung oder die Kopf- und Ohrenform eingehen. Die Gesamtpunktzahl setzt sich aus diversen Positionen zusammen. So nahmen die beiden Preisrichter am Samstagmorgen genau die Körperform, die Figur und das Gewicht, aber auch das Fell jedes einzelnen Tieres in Augenschein. Auch der allgemeine Pflegezustand spielt eine wichtige Rolle. Jedes Tier erhält eine Bewertungskarte mit Bemerkungen wie „etwas eckige Hinterpartie“ oder „etwas wenig Unterwolle“. Dann gibt es Punkte. Ein Tier kann theoretisch bis zu 100 Punkte erzielen. Doch mehr als 97 Punkte und damit die Note „vorzüglich“ sind schon äußerst selten.

Tatsächlich erreichten bei dieser Vereinsmeisterschaft drei Tiere diese hohe Punktezahl. Zahlreiche wurden mit „hervorragend“ und „sehr gut“ bewertet. Zum schönsten Tier der Schau wurde ein Rammler von Winfried Kalle der Rasse „Deilenaar“ gekürt. Dessen weiches, rötliches Fell erinnert an die Farbe von Eichhörnchen oder Füchsen. Die Tiere selbst nehmen die ganze Prozedur sehr gelassen hin und wirken allesamt sehr entspannt. Auch während der Besucherströme, bei denen viele Familie mit Kindern kommen und die Tiere locken, damit sie ihnen einmal über das Fell streicheln können, wirken sie relaxt und knabbern gelassen an den Tannenzweigen, die als Dekoration an den Käfigen fixiert sind.



Zu den Besuchern zählte auch Familie Meßmer mit der elfjährigen Tochter Laura. „Ich habe selbst seit September drei Kaninchen. Sie heißen Schnucki, Snoopy und Möhrchen. Die haben wir auch beim Züchter gekauft. Dort bekommen wir die besten Tipps zur Haltung“, erzählt Laura. Auch Familie Brück aus Heiligenwald, selbst Züchter und Aussteller, schaute vorbei und machte sich ein Bild von den Zuchtergebnissen in Altenwald. „Wir sind sehr zufrieden mit den Bewertungen. Insgesamt haben die Richter uns Ausstellern eine sehr gute Zuchtarbeit bescheinigt“, sagte Winfried Kalle, der zweite Vorsitzende des Vereins. Seit dem plötzlichen Tod seines Bruders und Züchterkollegen Willibald im Juli dieses Jahres hat er kommissarisch den Vorsitz übernommen. Bei der Jahreshauptversammlung im Januar wird ein neuer Vorsitzender gewählt werden.

Während der beiden Tage verweilten viele Gäste in gemütlicher Runde und genossen die Leckereien, die die Vereinsfrauen für das leibliche Wohl vorbereitet hatten. Außerdem konnten die großen und kleinen Besucher ihr Glück bei einer Tombola mit über 150 Gewinnen herausfordern. Am Samstagabend nahm Bürgermeister Michael Adam, der mit Gattin Stefanie gekommen war, die Preisverleihung vor und überreichte den Siegern Urkunden und Pokale. Vereinsmeister wurde Hans-Jürgen Schmidt mit seinen Großchinchillas. Mit sechs gemeldeten Tieren erreichte er insgesamt 579 Punkte und 385 Punkte bei den Zuchtgruppen. Den zweiten Platz belegte Stefan Kalle mit seiner Rasse „Alaska“ mit 577 bzw. 385,5 Punkten. Auf dem dritten Platz landete Winfried Kalle in Zuchtgemeinschaft mit seiner Frau. Sie stellten die Rasse Deilenaar aus und erreichten die Gesamtpunktezahl von 576,5 bzw. 383,5. Besonders freute sich Stefan Kalle, dass er von Stadtwerke-Chef Jürgen Haas den Wanderpokal der Stadtwerke entgegennehmen durfte. „Ich habe in 30 Jahren schon viele Preise und Pokale mit nach Hause genommen. Aber einen Wanderpokal nun zum ersten Mal.“

(PP)