Ran an die Fichte

Sulzbach. Es hat nachts geschneit. Wie Puderzucker liegt die Pracht auf den Bäumen. Im Wald hinter der ehemaligen Grube Hirschbach steht vor einem Bauwagen ein Kessel mit dampfendem Glühwein. Nur wenige Schritte weiter dreht sich ein Schwenker mit Lyoner-Stücken. Viele, die sich am Samstag hier versammelt haben, haben Fuchsschwänze oder andere Sägen dabei

Sulzbach. Es hat nachts geschneit. Wie Puderzucker liegt die Pracht auf den Bäumen. Im Wald hinter der ehemaligen Grube Hirschbach steht vor einem Bauwagen ein Kessel mit dampfendem Glühwein. Nur wenige Schritte weiter dreht sich ein Schwenker mit Lyoner-Stücken. Viele, die sich am Samstag hier versammelt haben, haben Fuchsschwänze oder andere Sägen dabei. Hier kann sich jeder seinen Tannenbaum schlagen beziehungsweise absägen. Revierförster Hubert Dörrenbächer hat zu der Aktion eingeladen. Er hat hier eine Plantage mit Fichten. Nicole und Christian Straß kommen aus Bischmisheim. Nicole trägt die einjährige Tochter Finnja auf den Schultern. Das Thermometer zeigt minus 13 Grad. "Das ist doch ideales Wetter, besser könnte es kaum sein", sagt Christian Straß lachend. Auch er hat eine Säge dabei. "Etwa 1,50 Meter hoch soll unser Baum werden", sagt er und erzählt, er habe in der SZ von der Aktion gelesen. Und wer schmückt den Baum zu Hause? "Das machen wir alle zusammen mit unseren Jungs Julian und Jonathan. Ganz klassisch, unter anderem mit selbst gebastelten Strohsternen", erzählt Nicole. Nach knapp 20 Minuten hat die Familie ihren Baum gefunden. Elf Euro kostet eine Fichte, egal wie groß sie ist. "Das ist doch wirklich ein Schnäppchen", meint der Revierförster. Auch Theo Naumann und seine Tochter Juliane aus Dudweiler haben ihren Baum gefunden. "Wir waren schon im vergangenen Jahr hier. Da waren wir noch zu zweit", erzählt Juliane lachend. Diesmal seien sie zu sechst. "Das macht einen Riesenspaß", sagt die 27-Jährige. Eberhard Jung aus Altenwald hat sich zwei Fichten gesichert. "Die Säge habe ich zu Hause auf der Treppe liegen lassen", erzählt er schmunzelnd. Das ist aber kein Problem. Der Revierförster und seine Helfer haben Sägen da. Warum nimmt Jung zwei Bäume? "Einer kommt ins Wohnzimmer, der andere auf die Terrasse", erläutert der Altenwalder, während er seine Fichten bei Dörrenbächer bezahlt. "Einen Moment Geduld bitte, zittern sie ein bisschen mit mir", sagt der lachend zu einer Frau, die auch ihren Baum bezahlen will. "Trinken Sie noch einen heißen Glühwein." Jutta Dörrenbächer und Irene Weydmann sorgen dafür, dass immer genug von dem heißen Getränk da ist. Für die kleinen Besucher gibt es Kinderpunsch. Die meiste Arbeit haben jedoch Jörg Wüschner und Berthold Blank. Die beiden machen die Netze um die Bäume. Um 12 Uhr haben sie das 150-mal gemacht und sind dabei einige Male auf dem Hosenboden gelandet.