Papageien als Lockvögel

Beliebtes Ziel eines Wochenendausflugs war die Vogelschau in Hühnerfeld. Kein Wunder: Neben bunten Aras wurden auch Papageienbabys gezeigt. Der Nachwuchs wurde vor den Augen der Besucher gefüttert.

Was macht ein Papagei im Hühnerfelder Martin-Luther-Haus? Er präsentiert sich mit seinem prächtigen Gefieder dem kleinen und großen Publikum, das am vergangenen Wochenende auf einen Besuch vorbei kam. Denn die Vogelfreunde Hühnerfeld 1971 hatten an zwei Tagen zu der großen Schau eingeladen. Und schon vor dem Gebäude konnte man die Tiere zwitschern und trällern hören. Und das kam an: "Wir hatten im vergangenen Jahr einen Besuchereinbruch, sind aber dieses Mal richtig zufrieden", freute sich Raimund Knauber: "Die Leute kommen aus dem gesamten Saarland und sogar aus Frankreich".

Im Saal sorgten vor allem die Aras, eine besondere Großpapageienart, unter den rund 200 ausgestellten Vögeln immer wieder lautstark für Stimmung. In einer großen Voliere in der Mitte entwickelten sie sich schnell zu Besucherlieblingen. "Die Aras stellen wir in diesem Jahr zum ersten Mal aus", erklärte Raimund Knauber vom Verein: "Sie können bis zu 50 Jahre alt werden, kosten ab 1500 Euro, und man kann ihnen auch das Sprechen beibringen". Vor allem die kleinen Besucher waren von diesen größten Tieren der Schau begeistert, das Martin-Luther-Haus entwickelte sich zum Ziel eines Familienausflugs am Wochenende. Eigens für die Aras hatten die Veranstalter ein rund zehn Quadratmeter großes Gehege tiergerecht mit Laub, Sitzstangen und einem weichen Bodenbelag aufgebaut. Und auch an die Kinderstube hatten sie gedacht. Denn an den Ausstellungstagen konnten die Besucher bei Live-Fütterung den niedlichen Papageiennachwuchs bestaunen.

"Die Vogelzucht ist ein sehr zeitintensives Hobby", erklärte Knauber, der selbst fast 50 Jahre züchtete. 60 Mitglieder haben die Vogelfreunde Hühnerfeld, darunter zehn aktive Züchter: "Täglich habe ich mindestens so um die zwei Stunden dafür gebraucht. Die Grundreinigung der Käfige am Wochenende dauerte noch länger. Zudem braucht man viel Platz. Und man muss sich natürlich um die Tiere kümmern, aber dann geben sie einem auch viel zurück". Deshalb gibt er, rund acht Wochen vor Heiligabend, auch zu bedenken, dass der Kauf eines Tieres wohl überlegt sein solle. Denn Vögel seinen kein Spielzeug, dass man einfach in die Ecke stellen kann. "Viele unterschätzen das. Wir merken das auch beim Nachwuchs im Verein. Wir würden uns über junge Mitglieder freuen", sagte Knauber. Wer für den Ausstellungsrundgang ein wenig Zeit mitbrachte, konnte sich von der Vielfalt der ausgestellten Tiere überzeugen. Reichlich bunt wurde es an der Exotenwand, wo die Züchter neben den bekannten Wellensittichen unter anderem auch gefiederte Freunde aus der Amazonas-Gegend ausgestellt hatten. Hier reihten sich die Einzelkäfige aneinander. Und die Züchter hofften natürlich, dass sich ihre Tiere in Bestform präsentierten, wenn die Wertungsrichter die Punkte vergaben. Schließlich ging es auch um die Vereinsmeistertitel in den unterschiedlichen Kategorien. Da wurde den Vögeln Selbstbewusstsein abverlangt: "Wenn ein Vogel nur auf dem Boden rumkauert und scharrt, ist das für die Präsentation natürlich nicht so gut", erklärte Knauber: "Besser ist es, wenn er sich auf der Stange zeigt."

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Nicht weniger besucht war die Live-Fütterung von Papageienbabys, die Saphia Backes versorgte.

In Kürze Im Martin-Luther-Haus kürten die Vogelfreunde Hühnerfeld auch ihre neuen Vereinsmeister in den unterschiedlichen Kategorien: Peter Hohmuth und Wolfgang Backes (Wellensittiche), Rudi Hild, Christian Tomalla, Mathias Becker (Kanarienarten), Andreas Huy (Mövchen, Prachtfinken, Zebrafinken). chm

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