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Neuweiler feiert im Jugendfreizeitheim Frauenfaasend

Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht : Von Neuweiler aus geht’s einmal um die Welt

Bei der Frauenfaasend tanzen Primaballerinnen elegant wie ein Tsunami und Ernst und Ema scheitern mit ihrem Banküberfall.

„Dehemm isses doch am schenschde!“ So lautete das Fazit der Frauenfaasend in Neuweiler nach der fast fünfstündigen Reise „Einmal um die Welt“ im voll besetzten Jugendfreizeitheim. „44 Jahre lang waren wir bei der KFD in guten Händen. Nach der Trennung hat uns die DJK nun mit offenen Armen aufgenommen. Und nun sind wir nach einer kleinen Zitterpartie wieder hier in unserem Revier“, erklärte Stefanie Tesch-Adam vor Freude strahlend bei ihrer charmanten Moderation durch die Veranstaltung der Abteilung Frauenfassend der DJK Neuweiler.

Die Reise führte durch viele Länder und unterhaltsame Situationen. So quälten sich zwei Grazien beim „KiBoTu“ (Kinderbodenturnen) durch eine Sportstunde mit Ach und mit Krach. Aus trauernden Weibern wurde innerhalb eines Liedes ein Trupp lustiger Witwen. Und „Das Ähn un das Anner“ philosophierten über „Schwule, Lesben, Heterogene und Monotone“ und kamen zu dem Schluss: „Eine von uns ist eindeutig klüger als Du!“ Herrlich komisch war auch der Sketch ohne Worte mit Monika Comont und Tamara Decker als „Oma und Opa“. Pantomimisch entlockten sie dem Publikum eine Lachsalve nach der anderen, indem sie vorführten, wie aus einem gebrechlichen Greis beim Anblick einer hübschen Blondine ein lüsterner Jüngling wird. Herrlich schräg auch Uwe Gerlach als hünenhaftes Schneewittchen, das von sieben liebeskranken Zwerg(inn)en umworben wurde. „Liebreizend“ konnte man es kaum nennen, dafür war es aber zum Brüllen komisch.

Eine lautstarke Rakete gab es für den Tanz zweier „Primaballerinen“ (Monika Comont und Yvonne Comont-Kirsch), die – „elegant wie ein Tsunami“ – mit den vermeintlichen Tücken der Technik zu Kämpfen hatten. Da wechselte die Musik ständig zwischen Klassik und Rock. Und das führte zu drolligen Auswüchsen bei der Choreografie. Das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe.

„Ernst und „Erna“ versuchten sich vergeblich mit einem Banküberfall und beim „Salon freche Schnitte“ gab es wieder Klatsch und Tratsch mit „Uschi und Brigitte“. „Mein Verstand sagt „Sport“ aber mein Herz schreit „Kuchen!“ – das konnten die Faasebooze im Saal gut verstehen. Die „deutsche Ayse“ (Laura Gerlach) erzählte vom ersten türkischen Karnevalsverein, in dem es anstelle von Tanzmariechen Tanz-Yasminchen gäbe, und das „Gretche vom Hof“ (Monika Comont) ließ sich zum Vergnügen der Gäste von Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Haas auf der Bühne beim Umziehen helfen. Selbst in ihrem 40. Jahr auf der Neuweiler Bühne hat sie nichts von ihrer mitreißenden Komik eingebüßt.