Neustart nach Brandstiftung

Das Sulzbacher Textilgeschäft AWG legt wieder los, nachdem vor sechs Wochen der Warenbestand durch Brandstiftung zerstört worden war. Die Mitarbeiter konnten zwischenzeitlich in anderen Filialen eingesetzt werden, um Verdienstausfälle zu vermeiden. Und nun ist alles wieder gut.

Zündelnde Kinder versursachten am 14. Januar Millionenschaden im AWG-Mode-Center in Sulzbach (wir berichteten). Zwei Mitarbeiterinnen wurden verletzt, die Filialleiterin war eine Woche im Krankenhaus. Jetzt wurde neu eröffnet. Der Schaden ist reguliert, die Mitarbeiter sind wieder fit.

"Weder die Eltern noch die Kinder haben sich bei uns gemeldet, es gab nicht einmal eine Entschuldigung", sagt Bezirksverkaufsleiter Nino Leidinger gestern in der neu renovierten Filiale, die mit Eröffnungsangeboten zeigt, dass sie wieder da ist. Kinder hatten Kleider angezündet und in die Filiale hineingeworfen, zwei Mitarbeiterinnen versuchten zu löschen und atmeten zu viel Rauch ein, darunter Filialleiterin Silvia Krauß. Sie wollte "ihre Filiale" retten, war eine Woche in der Klinik. Inzwischen geht es ihr wieder gut. "Wir freuten uns, dass Kunden Mails geschrieben haben und sich erkundigt haben, wie es uns geht", sagt Leidinger. Auch der Vermögensschaden sei erst einmal reguliert, die Gebäudeversicherung der AWG sei in Vorleistung getreten und das mit mehr als einer Million Euro. Die komplette Ware, mehr als 47.000 Artikel, musste entsorgt werden. "Gutachter hatten das angeordnet, denn die Textilien rochen nach Rauch und hatten Rußablagerungen. Sie waren auch für einen Schlussverkauf nicht mehr geeignet", sagt Leidinger. Zudem seien Decken und Wände saniert und die Lüftungsanlage gereinigt worden. Durch den Rauch sei auch die Lautsprecheranlage ausgefallen und musste erneuert werden. Die Arbeiten dauerten vier Wochen, die Mitarbeiter konnten in anderen Filialen eingesetzt werden, um Verdienstausfälle zu vermeiden. Jetzt ist die Filiale in Sulzbach wieder offen. Offen ist aber auch der Ausgang des noch folgenden Zivilrechtsstreits , denn die Versicherung wird die Familien der Kinder womöglich in Anspruch nehmen. Das, so Leidinger, werde aber die Filiale in Sulzbach nicht mehr beschäftigen. Dort ist man froh, dass es keine bleibenden Schäden gab, der Rest sei Sache der Versicherungen.