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SeniorenWohnen
Nachahmung ist ausdrücklich erlaubt

Gäste und Gastgeber in St. Anna in Sulzbach
Gäste und Gastgeber in St. Anna in Sulzbach FOTO: Renate Iffland / cts
Sulzbach. Vertreter des Nürnbergstifts informierten sich im SeniorenWohnen St. Anna Sulzbach über das Quartiershauses der fünften Generation.

) Besuch aus Bayern vom Nürnbergstift hatte jetzt das SeniorenWohnen St. Anna. Die Delegation aus Franken war vor Ort, um sich ein Haus der fünften Generation nach Vorgaben des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) vor Ort anzuschauen. Dazu nahmen Monika Strobel, stellvertretende Gesamtleitung, Architektin Daniela Wagner, Gerontologin Corinna Kratzer und Einrichtungsleiter Gerhard Jaksch den Weg aus Franken ins Saarland auf sich, wie die cts meldet.



Vor rund einem Jahr hatte die cts gemeinsam mit der Krankenpflegegenossenschaft der Schwestern vom Heiligen Geist das SeniorenWohnen eröffnet (die SZ berichtete). Vorbild für das rund sieben Millionen teure Projekt ist das Modell des Quartiershauses der fünften Generation der stationären Pflege nach dem Konzept des KDA. Dabei verfügt jedes der Einzel-Appartements über ein eigenes Bad und eine kleine Küchenzeile, der sogenannten Pantry-Küche, die jeweils in Form von familiären Hausgemeinschaften organisiert sind. Darüber hinaus findet sich in jeder Hausgemeinschaft eine zentrale Wohnküche sowie ein großzügiges Wohnzimmer mit Außenterrasse, in der sich alle bei Bedarf treffen können.

„Es ist ein demografiesensibles Angebot der so genannten 5. Generation, das einen hohen baulichen Qualitätsanspruch hat. Wir haben im Erdgeschoss öffentliche Flächen geschaffen und dort einen Treffpunkt der Generationen mit dem Namen Tante Anna eingerichtet. Träger sind der Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung, das katholische Dekanat und das Alten- und Pflegeheim St. Anna. Unterstützt wird Tante Anna außerdem vom Bistum Trier. Dadurch ist hier eine ganz besonders intensive Einbindung ins Quartier gegeben“, erklärte der Direktor des Geschäftsbereichs Altenhilfe der cts, Stephan Manstein, den Gästen.

Der Bitte nach einer Besichtigung vor Ort kamen er sowie die beiden Leitungskräfte vor Ort, Karin Bleif und Michael Gries, mehr als gerne nach. „Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind“, sagte Stephan Manstein. „Denn wir sind sehr stolz auf das, was wir hier – auch gegen so manche Widerstände – auf die Beine gestellt und mit Leben gefüllt haben. Und wir freuen uns sehr über die Empfehlung seitens des KDA, hierher zu kommen.“

„Das Nürnbergstift umfasst 4 Einrichtungen mit rund 550 stationären Plätzen und etwa 500 Mitarbeitern. Unsere Dienstleistungen reichen von der vollstationären Pflege über Kurzzeitpflege bis hin zu ambulanten Dienstleistungen und einer geriatrischen Rehabilitation“, erklärte Monika Strobel. Eine der vier Einrichtungen ist das August-Meier-Heim, ein Haus, das unter Denkmalschutz steht und in die Jahre gekommen ist. Nun musste eine Entscheidung getroffen werden, ob das Haus umgebaut wird oder ob ein Neubau entsteht. „Da wir in unseren Häusern sowieso schon den Schwerpunkt Demenz haben, wollten wir nun gerne die Vorgaben des KDA umsetzen und haben uns dort erkundigt, ob es schon irgendwo ein Haus der fünften Generation gibt, das wir uns anschauen können.“

Derzeit liegt das August-Meier-Heim noch „auf der grünen Wiese“, wie Gerhard Jaksch sagte, aber um das Haus herum entsteht derzeit ein ganz neues Quartier – es werden 400 Wohnungen gebaut, es wird einen Kindergarten und entsprechende Einkaufsmöglichkeiten geben. Die Voraussetzungen sind also nahezu ideal, die enge Einbindung des Hauses ins Quartier schon gleich von Anfang an mitzuplanen, so die cts-Angaben weiter.

Wie es gehen kann und wie es beim Treffpunkt der Generationen Tante Anna funktioniert, erklärte Tina Wagner vom Bistum Trier: Vom Kneipp-Verein über die Musikschule bis hin zum generationenübergreifenden Stricken oder Marmelade-Kochen gibt es hier ein breites Spektrum an Angeboten, neben den regelmäßig stattfindenden Treffen zu Kaffee und Kuchen oder den Tablet-Kursen der Landesmedienanstalt. Die Einbindung ins Quartier nimmt also weiter Gestalt an – ist aber auch mit einigem Aufwand verbunden, wie Tina Wagner erklärte.

Dem stimmten auch die Einrichtungsleiter zu: „Das Konzept funktioniert gut, füllt sich aber nicht von selbst mit Leben – man muss schon dahinterstehen und etwas dafür tun. Die Mitarbeiter unserer Sozialen Begleitung planen gerade Angebote, die sie unten in der Tante Anna durchführen wollen, damit die Begegnung zwischen den Bewohnern und den Sulzbachern noch etwas intensiver wird.“