Markus Wantz und Peter Neu bauen Kulissen fürs Sulzbacher Kellertheater

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Das Sulzbacher Kellertheater vertraut bei seinen Inszenierungen auf die Künste von Peter Neu und Markus Wantz.

Beide hat eine große Leidenschaft zusammengeschweißt. Markus Wantz und Peter Neu stehen nicht nur beim Sulzbacher Kellertheater gemeinsam auf der Bühne, sie entwerfen, planen und bauen die Kulissen für die Stücke des Amateurtheaters. Und das mit häufig großem Aufwand – und großem Erfolg. Denn es sind auch die außergewöhnlichen bis extravaganten Bühnenbilder, die zum Erfolg der Theatertruppe beitragen.

Bei einem Gespräch in der Garderobe des Kellertheaters in der Sulzbacher Jahnturnhalle fällt schnell eine Vitrine ins Auge, in der Requisiten, wie ein Goldfischglas aus Plastik, aber auch kleine Bühnenmodelle stehen. „Das ist unser Schrein“, sagt Markus Wantz lachend. Der gebürtige Dudweiler ist bereits seit 1983 Amateurschauspieler, hat beim Theaterkreis der katholischen Jugend Sulzbach erste Erfahrungen gesammelt, ist Gründungsmitglied des Sulzbacher Kellertheaters.

Da er „handwerklich vorbelastet“ ist, wie Peter Neu lachend formuliert, hat er sich aber auch schnell um die Bühnenbilder gekümmert. „Im Jahr 2001 hatten wir hier eine Umbruchsphase. Und Peter kam neu dazu. Er ist sofort beim Bühnenbau eingesprungen“, berichtet Markus Wantz.

Peter Neu hat die Leidenschaft für das Theater sogar im Beruf. Denn er ist Lehrer für Bildende Kunst, Englisch und Darstellendes Spiel. Nach seiner Studienzeit stand er lange nicht mehr auf der Bühne. „Als meine Töchter älter wurden, hatte ich mehr Zeit. Und da wollte ich wieder Theater spielen“, erzählt er. Zuerst hat er im Internet Amateurtheatergruppen gesucht. „Das Kellertheater hat mir gut gefallen. Dann haben wir uns zusammengesetzt, und es hat gepasst“, sagt er lachend.

Das glaubt man sofort, denn während des Gesprächs wird viel gelacht, gefrotzelt und immer wieder die Arbeit des anderen gelobt. So erzählt Markus Wantz, dass Peter Neu ein begnadeter Bühnenmaler sei. Dieses Urteil stammt noch vom ersten Bühnenbild, das Peter Neu gemalt hat.

„Wir brauchten einen Himmel. Einen grauen, wolkenverhangenen Himmel für ein Stück, das wir damals noch in der Aula gespielt haben. Daher war die Leinwand riesig“, erzählt Peter Neu. Und Markus Wantz fährt fort: „Peter hat die Leinwand mit einer Malerrolle auf dem Boden bemalt, ist drauf rumgelaufen. Wir standen daneben und meinten, das wird nie was“, sagt er lachend.

Aber dann habe man die Leinwand befestigt, beleuchtet und siehe da – man hatte einen schweren, grauen Novemberhimmel. Seither arbeiten die beiden Hand in Hand, wenn die Kulissen für die neuen Stücke des Kellertheaters erarbeitet werden. „Zuerst wird das neue Stück ausgesucht, dann überlegen wir schon beim Probelesen, was man gestalten könnte“, erläutert Markus Wantz.

Die ersten Ideen skizzieren die beiden auf Papier. Das ist mittlerweile ein ganz genauer Plan der Bühne mit Grundriss und eingezeichneten Maßen. Und dann werden die Kulissen zum ersten Mal angefertigt, allerdings im Maßstab 1:20. Denn Peter Neu hat ein genaues Modell der Bühne gebaut. Dieses Modell wird dann für jedes neue Stück wie ein Puppenhaus eingerichtet.

Und dabei gehen die beiden äußerst  phantasievoll vor. So wurden schon Einbauten gestaltet, die gedreht und beidseitig genutzt werden konnten. Oder Kulissen, die wie riesengroße Legosteine aussahen. Diese Kulissen werden sogar professionell gebaut.

„Seit 16 Jahren hilft uns Schreinermeister Ralf Fatscher aus St. Ingbert. Wir können die Kulissen in seiner Werkstatt bauen, mit seiner Hilfe und seinen Maschinen. Und dann bringt er sie uns noch alles in der Jahnturnhalle“, erklärt Markus Wantz. Und die beiden sind sich einig. „Ralf gehört dazu. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich“.

Die Kulissen für das nächste Stück, „Jerry Cotton jagt den New York Ripper“, das im März Premiere feiert, sind derzeit in Arbeit. Und da will man noch nicht zu viel verraten. Denn mittlerweile sei ihr Publikum immer auch auf die Kulisse gespannt, es habe sogar schon mal Applaus nur für den Bühnenbau gegeben. „Wir lassen den Vorhang zu, bis wir anfangen zu spielen. Das Gemurmel im Publikum vorher, was man denn schon vom Bühnenbild  erhaschen kann, das ist einfach wunderbar“. Auch hier sind sich die beiden einig.

Weitere Infos zum Kellertheater gibt es auf dessen Internetseite.

www.sulzbacher-

kellertheater.de/