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„Machet euch auf und werdet Licht“

„Machet euch auf und werdet Licht“

50 Viertklässler der Staatlichen Förderschule Sprache in Neuweiler zeigten in der Kapelle des Alten- und Pflegeheimes St. Anna ihr Theaterstück ,,Kinder aus aller Welt kommen zur Krippe“ – eine Premiere. Weitere Auftritte sollen bald folgen.

Hoppla: Indianer im Advent! Manch einer der Bewohner des Seniorenhauses St. Anna in Neuweiler dürfte am Montagmorgen baff erstaunt gewesen sein, welch bunte Truppe sich da in der hauseigenen Kapelle eingefunden hatte. Mit kräftigem Gesang begrüßten die zum Teil kostümierten Mädchen und Jungen der Förderschule Sprache fröhlich die Zuschauer: "Der Weihnachtsstern zeigt uns den Weg, der uns zur Krippe bringt" sangen sie. "Wir klopfen an und fragen dann, ob wir willkommen sind." Das waren sie ganz sicher. "Es ist das erste Mal, dass wir hier zu Gast sein dürfen", freute sich Lehrerin Birgit Kleer.

Zusammen mit Birgit Nuglisch leitet sie die Theater AG der Schule. Nach Aufführungen an der Grundschule und im Kindergarten, wo ein Piratenmärchen gezeigt wurde, wolle man nun noch stärker nach außen gehen. "Beim Theaterspielen lernen unsere Schüler sich auszudrücken." Schöner Nebeneffekt ist, dass sie nach und nach "das Gefühl der Angst überwinden".

Das Stück selbst habe sich quasi aus dem Lehrplan der vierten Klassen ergeben. "Wir beschäftigen uns mit den Kontinenten" und fremden Kulturen, erzählte die Pädagogin, der auch die politische Botschaft wichtig ist. Was lag also näher, als Kinder aus aller Welt zur Krippe pilgern zu lassen. Passend dazu gab es neben traditionellen christlichen Liedern wie "Ihr Kinderlein kommet", das von den Bewohnern gern mitgesungen wurde, auch Trommel-Einlagen oder einen Song der australischen Aborigines. "Machet euch auf und werdet Licht" erklang am Schluss als Kanon.

Einige der jungen Akteure verteilten Windlichter an die Anwesenden. Überrascht und froh reagierten diese auf das unerwartete Geschenk, das sie noch lange an den Besuch der Jungen und Mädchen erinnern wird. Ursprünglich als Schülerarbeiten gedacht, hatte die Zeit im Vorfeld für das Bekleben nicht ausgereicht. Weshalb Kunstpädagogin Johanna Groß-Kuphal, die auch die schönen Tannenbäume aus Styropor und die Krippe beisteuerte, selbst die 50 Gläser fertigstellte.

Ein dickes Dankeschön für die "gelungene Aufführung" kam von unerwarteter Seite: War doch just an diesem Tag Marianne Gladen vom Kindergarten St. Hildegard mit fünf Kindern im Heim. "Wir besuchen einmal im Monat die Bewohner mit den Vorschulkindern", erklärte die Erzieherin. Seit vielen Jahren läuft diese Kooperation, bei der die "Schmetterlingskinder" gemeinsam mit den Senioren basteln und kochen, beispielsweise Obstsalat zubereiten, für sie tanzen und mit ihnen gemeinsam singen. Auch Birgit Kleer und ihre Kolleginnen von der Förderschule Sprache könnten sich vorstellen, mit ihren Schülern künftig öfter im Seniorenheim St. Anna vorbei zu schauen. In Gesprächen hat die Heimleitung bereits Interesse signalisiert.

Mit Federn geschmückte Häuptlinge wird es allerdings nicht so schnell wieder zu sehen geben.