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Linke stürmen in neuen Sulzbacher Stadtrat

Linke stürmen in neuen Sulzbacher Stadtrat

Sulzbach. Die Uhr zeigt 18.58 Uhr, als am Sonntag im Festsaal des Sulzbacher Rathauses die ersten Zahlen der Stadtratswahl auf der Leinwand erscheinen

Sulzbach. Die Uhr zeigt 18.58 Uhr, als am Sonntag im Festsaal des Sulzbacher Rathauses die ersten Zahlen der Stadtratswahl auf der Leinwand erscheinen. Frank Baumann von der EDV-Abteilung der Stadt Sulzbach lässt die Ergebnisse aus dem ersten von 24 Wahlbezirken aufleuchten, aus Brefeld: Dort hat Lokalmatador Hermann Kreis 54 von 122 abgegebenen Stimmen geholt - 44,3 Prozent für die Freien Wähler. Um 19.22 Uhr betritt Eberhard Jung, Spitzenkandidat der Grünen, den Festsaal. "Es sieht noch nicht so gut aus", kommentiert er die ersten Zahlen. Denn nach der Auszählung von sechs von 24 Wahlbezirken hat Jungs Partei noch keinen Sitz im neuen Stadtrat ergattert. Zu diesem Zeitpunkt liegen CDU und SPD mit jeweils neun Sitzen gleichauf, die Freien Wähler hätten sieben, die Linken sechs, die FDP zwei Mandate. Doch Jungs Miene hellt sich schnell auf: Um 19.24 Uhr zeigt die Leinwand den ersten Sitz für die Grünen an: "Den haben wir gerade der SPD abgenommen", freut sich Jung. Um halb acht Uhr trifft Dr. Wolfram Brokate, der Spitzenkandidat der FDP, im Rathaus ein. Zwölf von 24 Wahlbezirken sind jetzt ausgezählt: CDU und SPD liegen bei jeweils neun Sitzen, Linke und Freie Wähler bei jeweils sechs, die FDP bei zwei Sitzen. Die Grünen verteidigen ihren Sitz. "Unser Ergebnis der Kommunalwahl 2004 haben wir leicht verbessert", lautet Brokates Zwischenfazit. Bernd Schlachter, die Nummer eins der Freien Wähler, berichtet derweil von einem Klasseergebnis im Wahlbezirk Aula 1: Dort haben die Freien Wähler die meisten Stimmen (68) eingefahren, vor der SPD (52), der CDU (45), der Linke (42), der FDP (24) und den Grünen (3). Nach den Resultaten aus 18 von 24 Wahlbezirken haben sich die Kräfteverhältnisse deutlich verändert. Die CDU steht nun bei elf Sitzen, die SPD hat nur noch acht, Linke und Freie Wähler jeweils fünf, die FDP hat drei Mandate, die Grünen eines. Das Endergebnis sieht so aus: Die CDU holt 31,1 Prozent und elf Sitze, die SPD 26,1 Prozent (neun Sitze), die Freien Wähler 17,0 Prozent (fünf), die Linken 13,9 Prozent (vier), die FDP 8,8 Prozent (drei) und die Grünen 3,1 Prozent (ein Sitz). "Ich bin sehr enttäuscht, vor allem vom Ergebnis in Neuweiler", sagt Rainer Latz. Der SPD-Spitzenkandidat fügt hinzu: "Ich fühle mich auch persönlich als Verlierer. Meine Art, Politik zu machen, ist anscheinend bei den Wählern nicht angekommen." "Ein tolles Ergebnis", jubelt Ralf Heil von den Linken, während sich Spitzenkandidatin Marlies Krämer zu Hause von einer Herzattacke erholt. Heil: "Vier Sitze sind mehr, als ich erwartet hatte." Zufrieden zeigt sich auch CDU-Spitzenmann Michael Adam: "Wir sind wieder stärkste Fraktion, das freut uns sehr. Überrascht bin ich, dass die Grünen den Einzug in den Stadtrat geschafft haben." > Seiten C 3 und C 4: Weitere Berichte