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Leerstand ist rund um die Uhr bewacht

Leerstand ist rund um die Uhr bewacht

Mitte März weihte Innenminister Klaus Bouillon die Flüchtlingsunterkunft auf der Hirschbach ein. Doch bis heute ist dort noch niemand eingezogen. Das Ministerium wartet nun die weitere Entwicklung ab.

Das Saar-Innenministerium hat die ehemaligen Schlafhäuser an der Zentralwerkstatt der RAG auf der Hirschbach als zusätzliche Quartiere für Flüchtlinge hergerichtet, doch bislang stehen sie leer. Wo im Beisein von Innenminister Klaus Bouillon am 15. März Einweihung gefeiert wurde, ist von den 420 geplanten Flüchtlingen noch keiner eingezogen. Katrin Thomas, die Sprecherin des Ministeriums, sagt dazu: "Die Unterkunft ist komplett für die Aufnahme von Flüchtlingen eingerichtet und wird derzeit im Stand-by-Modus vorgehalten. Die gegenwärtig entspannte Lage und die derzeit ausreichend vorhandenen Kapazitäten in der Landesaufnahmestelle Lebach selbst erlauben es, Zusatzeinrichtungen - wie unter anderem Container - in der Einrichtung in Hirschbach zurückzubauen. Sie können mit kurzer Vorlaufzeit bei Bedarf wieder aufgestellt werden."

Es wird also zurückgefahren, die Einrichtung auf Sulzbacher Bann verkleinert. Und was bedeutet das personell? "Vor Ort ist kein Personal des Landesverwaltungsamtes eingesetzt. Lediglich der Technische Dienst der Landesaufnahmestelle fährt die Unterkunft regelmäßig an und überprüft die Einrichtung. Zudem ist ein privater Sicherheitsdienst 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche noch bis Ende des Monats für den Objektschutz zuständig", lautet die Antwort aus dem Ministerium.

Die Wachleute kümmern sich um ein leeres Haus, das sei aber sinnvoll, um Anschläge oder auch nur Vandalismus und Farbschmierereien zu verhindern. Nach vergleichbaren Fällen im Bundesgebiet ist man hier besonders aufmerksam. Im Juli wird die Bewachung vermutlich eingestellt, kann man aus der Antwort des Ministeriums herauslesen.

Und wie geht es dann weiter? Katrin Thomas: "Aufgrund der Unvorhersehbarkeit des weiteren Zugangs von Asylsuchenden und Flüchtlingen wird über eine alternative Nutzung derzeit (noch) nicht nachgedacht." Die Kapazitäten auf der Hirschbach dienen also weiterhin als Reserve, nur der Unterhaltungsaufwand soll auf ein Minimum reduziert werden. Vermutlich will das Innenministerium den Sommer abwarten und erkunden, ob neue Flüchtlingsströme die Bundesrepublik erreichen. Aktuell sei die Lage im Saarland jedenfalls sehr entspannt, die Aufnahmestelle in Lebach sei längst nicht mehr voll belegt.