| 20:14 Uhr

Mit 99 Punkten
Die Arbeit mit Zahlen liegt ihr einfach

Die Sulzbacherin Nathalie Weish an ihrem Schreibtisch bei den Stadtwerken Saarbrücken
Die Sulzbacherin Nathalie Weish an ihrem Schreibtisch bei den Stadtwerken Saarbrücken FOTO: BeckerBredel
Sulzbach. Nathalie Weish wurde als landesbeste Auszubildende zur Industriekauffrau geehrt. Die 22-Jährige hat jetzt ehrgeizige Pläne. Von Frank Bredel und Julia Bastian

„Schon ewig habe ich eine Passion für Zahlen, daher war es klar für mich, dass ich auch in meinem Berufsleben damit arbeiten möchte“, das sagt die 22-jährige Nathalie Weish. Die Sulzbacherin hat ihre Ausbildung zur Industriekauffrau in diesem Jahr als Landesbeste abgeschlossen und wurde dafür im November von der IHK und Ministerpräsident Tobias Hans geehrt. 99 Punkte erreichte Weish in ihrer praktischen Prüfung, 95 Punkte in der Gesamtbewertung. Gerechnet hat sie mit diesem Ergebnis nicht.


„Ganz im Gegenteil. Es war eine große Überraschung für mich. Denn ich bin mit einem eher schlechten Gefühl aus der Prüfung gekommen“, so Weish lachend. Über einen kleinen Umweg ist die Landesbeste zu ihrem Ausbildungsberuf gekommen. Denn nach ihrem Wirtschafts-Fachabitur hat die 22-Jährige zuerst ein BWL-Studium an der HTW begonnen. „Doch nach drei Semestern habe ich gemerkt, dass ich lieber praktisch arbeiten möchte.“ So hat sie sich dazu entschlossen, eine Ausbildung im Bereich Industriekauffrau bei den Stadtwerken Saarbrücken zu beginnen. Denn die Branche sei breit gefächert. „Mir ist es wichtig viel vom Unternehmen zu sehen, wobei meine Lieblingsbereiche einfach nach wie vor Einkauf, Marketing und Controlling sind.“ Über die Arbeitsagentur ist sie schließlich auf ihren Ausbildungsbetrieb aufmerksam geworden, und nach einem Einstellungstest wurde ihr der Ausbildungsplatz angeboten. „Ich hatte mehrere Unternehmen zur Auswahl, habe mich dann aber bewusst für die Stadtwerke entschieden, was in meinen Augen einfach sicher ist und ich die Hoffnung auf etwas Längerfristiges hatte.“ Die Stadtwerke wollten die 22-Jährige nach der Ausbildung Vollzeit einstellen, doch Weish hat sich noch zu einem anderen Weg entschieden: „Nun studiere ich doch BWL bis zum Bachelor weiter. Aber im Rahmen eines kooperativen Studiums, das heißt: Ich studiere an der HTW, habe aber eine gewisse Stundenzahl, die ich im Unternehmen arbeite. Also bin ich doch noch weiter bei den Stadtwerken.“ Danach möchte Nathalie Weish gerne weiter in ihrem Ausbildungsberuf arbeiten. Am liebsten im Controlling, damit sie auch in Zukunft weiter mit Zahlen arbeiten kann. „Und vielleicht mache ich noch den Master. Dann aber berufsbegleitend, eventuell mit einem Fernstudium“, überlegt die Landesbeste, die in ihrer Freizeit gerne kocht und backt. Doch das wollte sie nie zu ihrem Beruf machen. „Das mache ich lieber für mich, Freunde und die Verwandtschaft.“