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Küken dürfen in Kita in Hühnerfeld bleiben

Küken dürfen bleiben : Kita in Hühnerfeld bekommt ein Hühner-Feld

Eltern und Kita haben entschieden, dass die Tiere aus einem Projekt nun dauerhaft bei den Kindern bleiben dürfen.

  Woher kommen Hühner? Und wie wird aus einem Ei ein Küken? Was als kleines Projekt zum Thema „Leben und Küken“ zur Osterzeit begonnen hat, wuchs durch die Begeisterung der Kinder und Eltern zu einem Großprojekt an. Nun bekommt Hühnerfeld ein Hühner-Feld.

Doch von Anfang an: Seit Monaten mussten die 54 Kinder des Kindergartens „Buntes Leben“ in Hühnerfeld aufgrund der Pandemie-Auflagen anders als gewohnt in getrennten Gruppen ihre Zeit verbringen. Wo sonst ältere und jüngere Kinder gemischt miteinander spielten, tobten und Freundschaften schlossen, mussten sie nun mit Abstand in ihren Gruppen bleiben und durften sich höchstens aus der Ferne zuwinken. Die Trennung auszuhalten fiel vielen schwer, der Austausch fehlte. So entstand die Idee, trotz dieser Situation ein gemeinsames Erlebnis zu schaffen. Die Kinder und Eltern zeigten sich begeistert. Geräte, Käfige und Lehrmaterial wurden von einer Hühnerzüchterin zur Verfügung gestellt.

Anhand von Modell-Eiern aus Kunststoff konnten die Kinder beobachten, was innerhalb von 21 Tagen in einem befruchteten Hühnerei passiert und wie sich aus dem anfänglichen Eidotter ein flauschiges und piepsendes Küken entwickelt. Im Brutkasten wurden parallel dazu befruchtete Hühnereier ausgebrütet. Am 11. Mai war es endlich so weit: Zur Begeisterung aller schlüpften nach und nach gelbe, braune und gefleckte Hühnerküken. Die Kinder dürfen diese nun unter Aufsicht beobachten, füttern und sogar halten.

„Selten erzählten die Kinder daheim so viel vom Kindergarten-Geschehen und sogar die Großeltern wurden regelmäßig angerufen und bekamen ausführlich geschildert, was da in der Kita gerade vor sich geht. Was für ein Abenteuer!“, freut sich Kita-Leiterin Tosha Gouvernali.

Damit auch die Eltern, die schon über ein Jahr nicht mehr in den Kindergarten hinein dürfen, die Küken und ihre Entwicklung mitverfolgen können, sind diese hinter der großen Scheibe am Foyer untergebracht. Von dort aus kann man sie auch gut von außen sehen und beobachten. Zudem konnten die Kinder von Zuhause aus per Video miterleben, wie ein Küken nach dem anderen schlüpfte.

Schnell ließen sich die Eltern von der Begeisterung ihrer Kinder anstecken. Und bald wurden Pläne geschmiedet, wie man im Garten einen Hühnerstall bauen und wie man die heranwachsende Hühnerschar in Zukunft artgerecht halten könnte.

Kaum hatten die ersten Küken das Licht der Kita-Welt erblickt, nahm Leiterin Tosha Gouvernali Kontakt zum Verband evangelischer Kindertageseinrichtungen im Saarland auf und fragte nach benötigten Zusagen und Bestimmungen. Bei den Behörden erfuhr sie Zuspruch und große Unterstützung. Die Sulzbacher Kirchengemeinde stellte der Kita das angrenzende freie Grundstück zur Verfügung. Eltern und Mitarbeiter trugen sich für den Bau des Stalls und die Pflege der künftigen Hühnerherde in ihrer Freizeit ein und tauschen sich nun emsig in Videokonferenzen aus. Aktuell wird das künftige Hühner-Feld baulich vorbereitet. Die Nachbarn freuen sich nun darüber, dass sie als Ausgleich für mögliches Krähen eines Hahns in ihrer Nähe künftig frische Hühnereier beziehen können.

 Gelb, klein, flauschig – am 11. Mail schlüpften die ersten Küken.
Gelb, klein, flauschig – am 11. Mail schlüpften die ersten Küken. Foto: Kita Hühnerfeld

Auch in Zukunft werden die Hühner in das pädagogische Konzept der Hühnerfelder Kita einfließen. So sollen die Kinder jede Menge über Nachhaltigkeit und gesundes Essen, die Verwertung von Essensresten und bewussteres Einkaufen von Nahrungsmitteln lernen. Außerdem sollen sie sich mit dem Umgang des Menschen mit Tieren und Natur befassen. „Wir haben jetzt schon feststellen können, dass sich die sprachliche Entwicklung von Kindern durch das Erzählen der Geschehnisse zuhause oder untereinander stark verbessert hat. Durch eine französisch sprechende Erzieherin wird das Projekt sogar bilingual begleitet.