1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Sulzbach

Konturen verschwimmen und lassen den Ursprung nur noch erahnen

Konturen verschwimmen und lassen den Ursprung nur noch erahnen

Die Ausstellung ,,Botschaften der Natur - Digitale Unikate“ ist zurzeit in der Vereinigten Volksbank in Sulzbach zu sehen. Die Bilder von Willy Walinsky entführen hier in ganz außergewöhnliche Betrachtungswelten.

Fast mikroskopisch sieht der feuerrote Kreis auf blauem Grund aus - als wäre er nicht auf einer 80 Mal 80 cm großen Leinwand abgebildet, sondern ein winziges Teilchen, welches der Betrachter stark vergrößert durch ein Mikroskop bestaunt. Die Konturen verschwimmen fast im Auge und lassen den Ursprung nur noch erahnen. "Eigentlich sind es ganz normale Dinge, die ich beim Spazierengehen mit dem Hund fotografiert habe", verrät der Künstler Willy Walinsky dieser digitalen Kunstwerke bei der Vernissage in der Vereinigten Volksbank (VVB) in Sulzbach , und: "Ich habe sie dann gespiegelt und mich gefragt: Was passiert, wenn ich sie nochmal und nochmal spiegle? Jetzt bin ich bei fünf Mal."

Die Farben überlasse er ganz dem Zufall, aber mit den fünf Drehungen schaffe er, ähnlich wie in der Musik, eine Quinte, welche dort ein Intervall von fünf diatonischen Tonstufen bezeichnet. "Damit hätte man quasi die Quintessenz des Bildes", erklärt Walinsky. Durch die Spiegelungen in dieser mathematischen Abfolge versuche er etwas Ordnung in seine Werke zu bringen. Ordnung sei in der Natur schließlich auch vorhanden, und Chaos gebe es sowieso schon genug auf der Welt.

Im Mittelpunkt der Fotografien stehen Wasser, Feuer, Erde, Luft und Holz, die durch digitale Bearbeitung dem Betrachter ganz neue Blickwinkel auf die Natur eröffnen und in ganz außergewöhnliche Betrachtungswelten entführen. Die Ausstellung ,,Botschaften der Natur - Digitale Unikate" in der Sulzbacher VVB, die dort noch bis Ostern zu sehen ist, konzentriert sich auf die Elemente Feuer und Eis. "Ich wollte damit einfach Gegensätze herstellen. Und gerade in den Gegensätzen sollte auch ein bisschen der Reiz dieser Ausstellung liegen", meinte Walinsky.

Auf die Idee, überhaupt solche Kunstwerke zu gestalten ist er gekommen, als Freunde ihn dazu aufgefordert hatten, irgend etwas in dem sozialen Netzwerk Facebook zu veröffentlichen. "Ich dachte mir dann: Was soll ich da eigentlich posten?", erzählt der Ensheimer, "ich wollte was Neues zeigen und nicht irgendwelche Katzenvideos. So kam ich dann auf die Idee."

Obwohl seine Werke allesamt Digitaldrucke sind, garantiert Willy Walinsky, dass jedes Bild ein Unikat ist. "Das mache ich, weil es mir erstens unheimlich Spaß macht, Neues zu schaffen. Und zweitens, weil jeder Betrachter ein eigenes Bild haben soll, in dem er eine ganz eigene Resonanz findet", sagte der 59-Jährige im Rahmen der Vernissage.

Gerade diese individuelle Wirkung, die ein Einzelstück auf einen Menschen hat, sei ihm besonders wichtig. "Die Schwingung, die diese Bilder haben und diese Schwingung in einer Ordnung, ist ja fast eigentlich eine Homöopathie. Ich nehme das und mische es und schüttle es so, bis fast nichts mehr da ist von dem Ursprungsbild. Und dann wird es schon fast so eine homöopathische Dosis", erklärt Walinsky, und: ,,Da hoffe ich halt, dass diese Schwingung rüberkommt und den Geist desjenigen berührt, der sich das Bild anschaut."

Der Künstler selbst sagt von sich, er empfinde bei der Betrachtung seiner Ausstellungsstücke pure Freude.