Neue Arbeitsplätze: Knappschaft baut ihren Klinik-Standort in Sulzbach aus

Neue Arbeitsplätze : Knappschaft baut ihren Klinik-Standort in Sulzbach aus

Bis 2025 sollen 50 Millionen Euro investiert werden. Mehr Personal und moderne Zimmer.

Das ist eine echte Hausnummer: Die Knappschaftsklinikum Saar GmbH will in den kommenden Jahren bis zu 50 Millionen Euro in den Standort Sulzbach investieren (wie bereits kurz gemeldet). „Diese Dinge müssen einfach gemacht werden“, sagt Geschäftsführer Dr. Andreas Ruffing und betont, dass die geplante Erweiterung auch für zusätzliche Arbeitsplätze sorgen werde: „Überall wo erweitert wird, braucht man auch mehr Personal.“

Aktuell laufen die Planungen für die Sanierung des Bettenhauses. Zwar gibt es im Bereich der Augenklinik bereits eine sogenannte Comfortstation, das Niveau anderer Bereiche hinkt da aber noch hinterher. „Die Ausstattungen der Zimmer sind teilweise noch aus den 80er Jahren“, erklärt Andrea Massone, die stellvertretende Geschäftsführerin, „das ist nicht der Standard, den wir künftig unseren Patienten anbieten wollen und können“.

Hinzu kommt, dass der ohnehin auf hohem Niveau befindliche Brandschutz noch weiter optimiert wird. Knapp 19,8 Millionen Euro sollen bis 2024 alleine in diesen Bereich fließen.

Andrea Massone, stellvertretende Geschäftsführerin der Sulzbacher Klinik. Foto: Klinikum Sulzbach

„Wir wollen außerdem ein intensivmedizinisches Zentrum mit einer Schlaganfalleinheit errichten“, nennt Ruffing ein weiteres Projekt, „das ist einfach zeitgemäß“. In einem Erweiterungsbau, der auf derselben Ebene wie die bisherigen Behandlungsräume liegt, soll der dafür notwendige Raum geschaffen werden. „Dieser Erweiterungsbau soll in Richtung Sulzbachtalstraße entstehen“, erläutert Andrea Massone, „wir hoffen, die Planungen bis Ende dieses Jahres abschließen zu können. Die Grünanlagen sollen dabei übrigens nicht wegfallen, sie werden sogar noch aufgewertet.“ In den Jahren 2020/21 sind 18,2 Millionen Euro dafür vorgesehen.

Nach dem Umzug der Intensivpflege will man die im Haupthaus freigewordene Fläche für die Erweiterung und Modernisierung der OP-Abteilung nutzen. „Die Augenklinik ist natürlich einer unserer Leuchttürme, aber auch beispielsweise die Urologie und Chirurgie bedienen sich mittlerweile modernster und innovativster Methoden“, sagt Massone. 9,55 Millionen Euro will man bis 2023 in die OP-Abteilung stecken, gleichzeitig soll die Fassade des Ortsbild prägenden Krankenhausgebäudes für 5 Millionen Euro aufgehübscht werden. „Bauarbeiten in einem Krankenhaus sind immer sehr komplex und bedürfen genauer Planung. Schließlich muss der Betrieb weitergehen“, sagt Andreas Ruffing, „und schließlich muss man die Investitionen irgendwie auch wieder erwirtschaften“.

Womit man beim Thema Finanzierung angelangt ist. Bislang gab es für die Klinik Sulzbach Fördermittel vom Land. Im vorigen Jahr waren das 819 000 Euro für die „Wiederbeschaffung mittelfristiger Anlagegüter und des Ergänzungsbedarfs einschließlich investiver Anlauf- und Umstellungskosten“, wie es im Gesetzestext heißt, sowie 712 000 Euro zur „Wiederbeschaffung von kurzfristigen Anlagegütern“. Ab 2018 sollen im Saarland 30 Millionen Euro pro Jahr für alle Krankenhäuser zur Verfügung stehen. Für alle Maßnahmen werden nun Anträge gestellt, weil die übrigen Kliniken aber ebenfalls ihre Bedarfe anmelden werden, ist schon jetzt abzusehen, dass die Knappschaftsklinikum Saar GmbH wohl einen ordentlichen Teil der Investitionen selbst stemmen muss.

„Klar ist, dass wir die Unterstützung vom Land brauchen werden“, sagt Andrea Massone. „Das Haus platzt aus allen Nähten, mit dem Umzug der Verwaltung ins ehemalige Arbeitsamt haben wir bereits einen ersten Schritt getan“, sagt Geschäftsführer Dr. Andreas Ruffing und betont die Bedeutung der Maßnahmen in einem kurzen Satz: „Es gibt einfach Dinge, die muss man tun.“

Die Klinik Sulzbach ist ein modernes Behandlungszentrum, aber auch ein Wirtschaftsunternehmen. Rund 60 Millionen Euro Umsatz wurden 2017 gemacht, 831 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Gesunde Aussichten für Sulzbach also.

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