Klettern, hangeln, balancieren

Die Staatliche Förderschule Sprache freut sich über ein gigantisches neues Spielgerät. Alle Kinder im Stadtteil Neuweiler dürfen es nutzen.

Bürgermeister Michael Adam übernahm einmal mehr das Kommando. "Drei, zwei, eins und schneiden!", rief der Verwaltungschef und durchtrennte gemeinsam mit der neuen Staatssekretärin im Bildungsministerium, Christine Streichert-Clivot ("Es ist mein Antrittsbesuch in Sulzbach") sowie einigen Schülerinnen und Schülern der Weierwiesschule das symbolische Absperrband. Die neuen rund 26 000 Euro teuren Spielgeräte auf dem Schulhof der Staatlichen Förderschule Sprache waren damit auch offiziell in Dienst gestellt. "Vor drei Jahren mussten wir unseren hölzernen Kletterturm abreißen", erinnerte Reinhard Kirsch, der Vorsitzende des Fördervereins, an das alte Spielgerät, an dem der Zahn der Zeit, vor allem aber Holzwürmer genagt hatten, "jetzt haben wir ein tolles Spielgerät aus Stahl. Nicht nur für die Schule, sondern für die gesamte Ortsgemeinschaft."

Rund 2600 Euro steuerte der Förderverein bei, der Rest kam aus dem Haushalt der Stadt. Für das Geld gab es ein kombiniertes Spielgerät zum Klettern, Hangeln, Balancieren und Rutschen sowie eine neue Doppelschaukel. "Es wird für Kommunen wie Sulzbach immer schwerer, Geld für Spielgeräte in die Hand zu nehmen", erklärte Bürgermeister Adam, "im letzten Jahr waren es bei uns rund 100 000 Euro. Dass ein Viertel davon hierher geflossen ist, zeigt die Bedeutung des Standortes."

Der Schulstandort in Neuweiler hat eine Besonderheit. Zwar ist das Land Träger, Gebäude und Grundstück gehören aber der Stadt. "Darum sind wir immer auf Kooperationen angewisen, doch das hat in der Vergangenheit meist gut geklappt", betonte Schulleiter Erich Schwarz, der seine Schule nach turbulenten Zeiten wieder in deutlich ruhigerem Fahrwasser erlebt: "Vor zwei Jahren stand der Fortbestand der Förderschule ja in Frage. Heute haben wir wieder verstärkt Anmeldungen." Der Bestand ist aufgrund jüngster politischer Entscheidungen gesichert. "Ich danke den Vertretern der Landespolitik", sagte Adam, "dass der Erhalt der Förderschulen im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde." So können auch künftig Kinder mit Sprachauffälligkeiten in Neuweiler gezielt gefördert werden, um dann wieder an ihre Regelschule zurückzukehren. Darum bemühen sich rund 70 Lehrer, pädagogische Fachkräfte, Eingliederungshelfer und Lehramtsanwärter. Derzeit besuchen 260 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Saarland die Weierwiesschule. Und die zeigten am Samstag, wieviel Spaß gemeinsames Lernen und Leben machen kann. Das Programm des Schulfestes, in welches die Eröffnung der Spielgeräte eingebettet war, stand unter dem Motto "Unsere Schule ist bunt." Egal ob gesungen, getanzt oder gespielt - die Darbietungen zeigten die Freude an der Vielfalt und wie reizvoll es sein kann, unterschiedlich zu sein. "Es beginnt mit den Farben unserer Schule, geht über die Herkunftsländer und Sprachen unserer Schüler und endet sicher nicht am internationalen Angebot unserer Kuchentheke", meinte lächelnd Schulleiter Schwarz: "Unsere Schule ist bunt - in jeder Facette."