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Kirche, Gemeindesaal und Gemeindebüro - alles unter einem Dach

Kirche, Gemeindesaal und Gemeindebüro - alles unter einem Dach

Neuweiler. Wer sich die evangelische Kirche in Neuweiler von außen anschaut, kann keine großen Veränderungen feststellen. Ganz anders sieht es im Innern aus. "Wir hatten den Auftrag, den Kern mit neuem Leben zu erfüllen", formulierten es Georg Müller und Michael Seiler vom Architekturbüro "3bstoff" bei einem Rundgang durch das Gotteshaus an der Martin-Luther-Straße

Neuweiler. Wer sich die evangelische Kirche in Neuweiler von außen anschaut, kann keine großen Veränderungen feststellen. Ganz anders sieht es im Innern aus. "Wir hatten den Auftrag, den Kern mit neuem Leben zu erfüllen", formulierten es Georg Müller und Michael Seiler vom Architekturbüro "3bstoff" bei einem Rundgang durch das Gotteshaus an der Martin-Luther-Straße. Als Mittelpunkt des Gemeindelebens vereint das 1953/54 errichtete Bauwerk nun Gottesdienstraum, Gemeindesaal und Gemeindebüro unter einem Dach. "Durch den Verkauf unseres Kindergartens und den bevorstehenden Verkauf unseres Pfarrhauses mussten wir uns was Neues einfallen lassen", sagte Wolfgang Struß (Foto: Hiegel), Pfarrer in Neuweiler und Superintendent des Kirchenkreises Ottweiler. Die Trennung von beiden Immobilien ermöglichte der Kirchengemeinde die Finanzierung des rund 400 000 Euro teuren Umbaus. Nach Angaben von Struß kassierte die Gemeinde für den Kindergarten, in dem auch der Gemeindesaal untergebracht war, 210 000 Euro. Eine ähnliche Summe erhofft sich Struß auch vom Verkauf des Pfarrhauses in Neuweiler. "Das Objekt wird über einen Makler angeboten. Es gibt einen Interessenten, die Verhandlungen laufen", sagte dazu Jochen Lieblang, der Vorsitzende des Presbyteriums.Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist der Umbau des Gotteshauses nach rund zehn Monaten Bauzeit abgeschlossen. Im neu geschaffenen Mittelschiff sind Gottesdienstraum und Gemeindesaal zu finden. In den Seitenschiffen sind nun Küche mit Lager und Toiletten angesiedelt. Die sind ebenso behindertengerecht gestaltet wie einer der Eingänge. Der Gottesdienstraum unter der Orgel und der Gemeindesaal sind nur getrennt durch einen Vorhang. An hohen Feiertagen kann dieser Vorhang geöffnet werden - und das Mittelschiff steht ganz für den Gottesdienst zur Verfügung. Das neue Gemeindezentrum soll künftig auch für kulturelle Zwecke wie Konzerte und Ausstellungen genutzt werden. Ebenso für Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern. Bei Gottesdiensten finden maximal 250 Personen Platz, bei Festen bis zu 200 Gäste. Wie Klaus Klöppel vom Presbyterium berichtete, gab es für den Umbau nur Zuschüsse von 10 500 Euro: 8000 Euro machte Saartoto locker, 2500 Euro Ministerpräsident Peter Müller für die Orgel. Klöppel: "Für die Umsetzung energetischer Maßnahmen hoffen wir noch auf einen Zuschuss vom Umweltministerium." So wurde der Fußboden neu aufgebaut, gedämmt und mit einer Heizung versehen. Das gewählte "Raum-im-Raum-Prinzip" sorge zudem für eine spürbare Senkung der Unterhaltungskosten, versprachen die Planer. Kirchmeister Eberhard Cantzler bilanzierte: "Früher mussten wir drei Gebäude unterhalten. Diese Last konnten wir nicht mehr tragen. Jetzt können wir unbeschwert in die Zukunft blicken." Und weil es vielen Gemeinden ähnlich geht, besitze das in Neuweiler umgesetzte Konzept das Potential zum Modellprojekt für die Dorfkirche der Zukunft, meinte Müller. Das neue Gemeindezentrum wird mit einem Gottesdienst am Sonntag, 31. Januar, ab 15 Uhr offziell eingeweiht. Der katholische Kirchenchor und der evangelische Posaunenchor gestalten den Gottesdienst, den die Pfarrer Wolfgang Struß und Rolf Kiwitt (Altenwald) leiten. Kiwitt ist nach der Fusion ab 1. April auch Pfarrer in Neuweiler. Struß, dann 65, geht Ende März in Ruhestand.