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Kellertheater
Das Blut kommt in Sulzbach aus der Metzgerei

Das Sulzbacher Kellertheater spielt „Dänische Delikatessen“ (von links): Metzger Markus Limberger (Svend) und Markus Wantz (Bjarne).
Das Sulzbacher Kellertheater spielt „Dänische Delikatessen“ (von links): Metzger Markus Limberger (Svend) und Markus Wantz (Bjarne). FOTO: Iris Maria Maurer
Sulzbach. Schwarze Komödie von der Leinwand auf die Bühne des Kellertheaters: Laiendarsteller proben für die Premiere am 10. November. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Die Kulissen auf der Bühne sind beim Probenbesuch schon fertig. Und wer das Sulzbacher Kellertheater kennt, der weiß, dass sich das Amateurtheater immer größte Mühe mit den Dekorationen gibt. Diesmal ist nicht nur eine kleine Metzgerei samt Verkaufstresen, Würsten, Delfter Kacheln und gläserner Eingangstür im Look der 1960er-Jahre zu sehen, sondern auch eine selbstgebaute Knochenmühle und sogar ein Grab mit aufwändigem Stein.


Das neue Stück „Dänische Delikatessen“ des Kellertheaters, das am Samstag, 10. November, Premiere feiert, ist eine rabenschwarze Komödie nach dem Film von Thomas Anders Jensen. Die liebevoll ausgewählten und errichteten Bauten und Requisiten werden das Treiben auf der Bühne unterstreichen. „Einen Teil der Bühnenbauten hat ein Schreiner gemacht, einen anderen Teil bekamen wir geschenkt. Aber einiges stammt auch vom Homburger Flohmarkt“, erklärt Enrico Tinebra, der Regisseur der Truppe.

Das Sulzbacher Kellertheater wurde 1983 gegründet, ihm gehören heute knapp 20 Laienschauspieler an. Die Atmosphäre bei der Probe ist fast schon familiär. Das überträgt sich auch auf das Schauspiel. „In der Regel machen wir ein Stück im Jahr“, erklärt Leo Klein, zuständig für die Pressearbeit der Amateur-Theatergruppe. „Wir spielen, was passt. Das können Komödien sein, aber auch Krimis, im letzten Jahr war es das Stück ‚The King’s Speech’. Das ist so unterschiedlich, weil wir demokratisch und mit der ganzen Gruppe die Stücke aussuchen“, erläutert Leo Klein.



In diesem Jahr hat sich die Gruppe für den Film „Dänische Delikatessen“ entschieden, in dem sich Bjarne und Svend ihrem ehemaligen Chef beweisen wollen und eine eigene Metzgerei eröffnen. Aber die Kundschaft bleibt aus. Wie ihr Hühnchen in Marinade dann aber doch zum Renner wird, obwohl die neue Metzgerei kaum Fleischlieferungen erhält, ist Teil der Handlung.

„In der Originalfassung hat das Stück sechs Schauspieler. Wir haben elf Schauspieler auf der Bühne stehen“, erzählt Regisseur Enrico Tinebra, der bereits seit 16 Jahren Mitglied des Kellertheaters ist. „Das ist dann meine Aufgabe, die Rollen zusammenzuführen, aufzupassen, dass es keine logischen Fehler gibt, dass sich alle wohlfühlen auf der Bühne“, erklärt er.

Und dann bittet er Markus Limberger und Markus Wantz zur ersten Szene. „Wir spielen chronologisch, aber mit Kommentaren und Ansagen“, erläutert er. Limberger beginnt, verwandelt sich durch Fleischerkittel und Gummistiefel in Svend, der kurz vor der Eröffnung der neuen Metzgerei kritisch die Arbeit eines Handwerkers betrachtet. Es gefällt ihm nicht, was er sieht, er nörgelt. Dagegen schwärmt Bjarne, gespielt von Wantz, von dessen Arbeit.

Schon gleich zu Beginn des Stückes werden damit die Charaktere offengelegt. Und mit viel Spielfreude stellen die beiden deren unterschiedliche Eigenschaften dar. Bjarne, neben Klein ebenfalls Gründungsmitglied des Kellertheaters, wird auch im Laufe des Stücks an dem täuschend echt gestaltetem Grab stehen, das von einer jungen Frau, gespielt von Franziska Rundstadler, gepflegt wird.

Schon wenige Minuten der Probe haben ausgereicht, auf die skurrile, schwarze Komödie neugierig zu machen. Und wie alles zusammenhängt, warum die Metzgerei dann doch noch erfolgreich wird und ob das wirklich nur mit der Marinade zu tun hat, das können Zuschauer sich ab nächsten Samstag anschauen, mit Engagement auf der Bühne, gelungener Deko und in gewohnt familiärer Atmosphäre.