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Lesereporter
Kein Anschluss bei diesen beiden Nummern

An der Bushaltestelle Sternplatz Neuweiler gibt es öfter Probleme beim Umsteigen.
An der Bushaltestelle Sternplatz Neuweiler gibt es öfter Probleme beim Umsteigen. FOTO: Thomas Seeber
Neuweiler. Ärger mit nicht ausreichend auf den Anschluss wartenden Bussen hat Wolfgang Philipp. Und wegen seiner Krücken könne er sich beim Umsteigen eben nicht sputen. Von Stefan Bohlander

Seit rund drei Monaten bietet sich Wolfgang Philipp allzu oft das gleiche unangenehme Bild: „Der Bus fährt mir vor der Nase weg.“ Der St. Ingberter ist gehbehindert und deswegen auf den ÖPNV angewiesen. Genauer gesagt ist er von der Linie 160 abhängig, die von der Firma Baron Reisen GmbH gefahren wird. Denn seit einiger Zeit fährt er zwecks Krankenbesuchs vom Rendezvousplatz in der Mittelstadt zum Bahnhof in die Salzstadt. Dazu muss er im Stadtteil Neuweiler umsteigen – von „Sternplatz 1“ zu „Sternplatz 2“.


Die Strecke ist überschaubar, doch wenn der Bus um 14.55 Uhr an „1“ ankommt und die Linie 150 gleichzeitig an „2“ abfährt und Wolfgang Philipp mit seinen beiden Krücken noch den Bürgersteig meistern muss, kann es schon mal sehr knapp werden – oder eben auch zu knapp, sodass er nur noch im Rückspiegel des bereits abfahrenden Busses zu sehen ist. „In 80 Prozent der Fahrten wartet der Anschluss-Bus nicht an Sternplatz 2“, erklärt er angesäuert. Das sei natürlich bei Regen oder Kälte, wie in den vergangenen Wochen ja so oft, sehr unangenehm.

Auf der Rückfahrt verhalte es sich ähnlich. Um 17.49 Uhr geht es am Bahnhof Sulzbach los, der Halt zum Umstieg an „Sternplatz 1“ ist um 17.55 Uhr geplant – und der Bus sei dann auch meistens weg. „Das ist für mich ärgerlich, weil ich dann eine Stunde warten muss, bis der nächste Bus nach St. Ingbert fährt“, erklärt er. Statt um 18.49 Uhr abzufahren, böte sich noch die Alternative, nach Saarbrücken zu fahren und dort am Rathaus nach St. Ingbert umzusteigen. Zweite Möglichkeit: Er fährt über Friedrichsthal, Elversberg und Spiesen. Da seien die Umsteigezeiten zwar kein Problem – aber die Fahrt dauere bis zu zwei Stunden. Bei seinen Schilderungen klingt er relativ entspannt. Tatsächlich gebe es sogar Positives zu berichten. Einer der Busfahrer habe ihm geraten, beim Einstieg am Bahnhof dem Fahrer zu sagen, dass er am Sternplatz umsteigen möchte. Dann rufe dieser den Fahrer des Anschluss-Busses an und teile ihm mit, dass er warten soll. „Als ich das einem anderen Fahrer erzählte, lachte dieser und sagte: Darauf kannst du dich nicht verlassen, das machen nicht alle Fahrer so“, erzählt der SZ-Leserreporter. Kurz gesagt interessiert ihn folgendes: „Ich möchte wissen, warum die Anschluss-Busse nicht warten und die Umsteigezeit so knapp festgelegt wurde.“ Und warum die Linie 160 vom Bahnhof Sulzbach zu „Sternplatz 1“ nicht einfach ohne Umstieg weiter bis St. Ingbert Rendezvousplatz fahre.



„Seitens des Fahrplans ist es nicht möglich, immer zu warten, da im Verlauf der Linie 160 weitere Anschlussverknüpfungen bestehen“, erklärt Andreas Baron von der Aloys Baron GmbH aus Großrosseln. Es sei auch nicht auszuschließen, dass ein Fahrer einen herannahenden Kunden übersieht. Auf dem Linienbündel werden rund 15 Fahrer eingesetzt, erklärt er weiter. Eine Pauschalanschuldigung dürfte deswegen kaum zu einer Behebung beitragen. Aktuell liege auch nur eine Beschwerde vor.

Der Fahrplan mit den Abfahrtszeiten wird seitens des Aufgabenträgers festgelegt, das Unternehmen sei lediglich das ausführende Verkehrsunternehmen. Er verweist darauf, dass die Strecke zwischen „Sternplatz 1“ und „Sternplatz 2“ rund 100 Meter betrage und laut Fahrplanauskunft drei Minuten zwischen Ankunft und Abfahrt lägen. Bei der Rückfahrt fahre der Bus an „Sternplatz 1“ ab. Zudem soll dort die elektronische Anschluss-Sicherung greifen. Soll heißen: Die Fahrer der Busse werden auf den Anschluss hingewiesen.